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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2019
Was ist heilig?
Der Inhalt:

Vorgespräch: Wie finden Kinder Nestwärme?

Fragen an Melanie Erlinger, die eine pädagogische Tagung zum Thema Geborgenheit organisiert

Publik-Forum: Frau Erlinger, die diesjährige Internationale Pädagogische Werktagung hat das Thema »Geborgenheit finden«. Wie passt das in die aktuelle Zeit?

Melanie Erlinger: Das Thema steht im Kontrast zu gegenwärtigen Entwicklungen in der Gesellschaft. Viele sind überfordert von der Komplexität der Welt. Deswegen war es uns als Veranstaltern wichtig, mit der Tagung auf das Wesentliche zu sprechen zu kommen. Denn Geborgenheit ist eine menschliche Ursehnsucht. Sie zu finden ist heute wichtiger geworden.

Wie kann man denn Geborgenheit lehren?

Erlinger: Wir zeigen in Vorträgen und Arbeitskreisen verschiedene Wege, um Kindern und Jugendlichen das Erleben von Geborgenheit zu ermöglichen: die Geschlechterforschung fragt beispielsweise, wie Kinder trotz fester Rollenbilder eine eigene Haltung entwickeln können, die sie durchs Leben trägt. Und die Traumapädagogik kümmert sich auch um die besonderen Bedürfnisse geflüchteter Kinder. Denn Geborgenheit ist vielfältig, Synonyme sind etwa Sicherheit oder Schutz. Das ist auch für Erwachsene wichtig, damit sie dieses Gefühl, wohlbehütet zu sein, weitergeben können. Auf der Tagung gibt es daher ein Malspiel, wo Erwachsene beim freien Malen Geborgenheit erfahren. Bei anderen Arbeitskreisen geht es etwa darum, wie Nestwärme durch Sprache entsteht oder wie beim Erforschen der Natur ein Gefühl der Geborgenheit entdeckt werden kann.

Die Arbeit im pädagogischen Bereich ist oft stressig – keine guten Voraussetzungen, um sich mit Geborgenheit zu beschäftigen …

Erlinger: Deswegen geht es bei der Tagung auch um Persönlichk