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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2019
Was ist heilig?
Der Inhalt:

Sexueller Missbrauch in Taizé

Bislang sind fünf Vorfälle bekannt, die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet

Drei Brüder der Gemeinschaft von Taizé haben sich des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen schuldig gemacht. Die Taten passierten bereits vor Jahrzehnten, wurden aber jetzt erst öffentlich. Es gehe um jeweils ein oder zwei Fälle sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige aus den 1950er- bis 1980er-Jahren. Hinweise auf Vergewaltigungen bestünden nicht, erklärte ein Sprecher der Gemeinschaft. Zuvor hatte der seit 2005 amtierende Prior Frère Alois auf der Website mitgeteilt, dass nach Rücksprache mit den bislang bekannten fünf Opfern, die sich teils schon vor mehreren Jahren an die Gemeinschaft gewandt hatten, die Staatsanwaltschaft informiert worden sei. »Diese Offenlegung ist Teil unserer Suche nach Wahrhaftigkeit.« Auf die Frage, weshalb die Gemeinschaft das Wissen um den Missbrauch so lange verschwiegen habe, antwortet Frère Alois: »Es ging mir zuallererst darum, den Betroffenen zuzuhören. Wir wollten zeigen, dass wir das ernst nehmen, was ihnen widerfahren ist. Gleichzeitig wollten die Betroffenen ihrerseits nicht an die Öffentlichkeit gehen. Aber mir ist mit der Zeit klar geworden, dass wir es nicht dabei belassen dürfen. Wir schulden es den Opfern, ihren Familien wie auch allen, die uns Vertrauen schenken.«

Zwei der beschuldigten Brüder seien bereits vor etwa fünfzehn Jahren gestorben. Der Dritte lebe noch in Taizé, dürfe sich aber seit Längerem nicht mehr an der Organisation der Jugendtreffen beteiligen. Durch die sexuellen Gewalttaten fällt ein Schatten auf die Amtszeit des von vielen als heiligmäßig verehrten Gründers der Gemeinschaft, Frère Roger (1915-2005). Denn er leitete im damaligen Zeitabschnitt als Prior die Gemeinschaft. In einem Interview mit Publik-Forum sagte Klaus Hambur