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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2019
Was ist heilig?
Der Inhalt:

Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!): Liebe Follower!

Ich schreibe Euch diesen altmodischen Brief, weil ich erfahren habe, dass viele von Euch meinen wertvollen Ratschlägen im Internet optisch und akustisch nicht mehr folgen können. Vielleicht habt Ihr zu Hause ja jemanden, der Euch diesen Brief vorlesen kann. Auch bei mir fordert das Alter seinen Tribut. Ich bin jetzt 98 Jahre alt und sehe selbst auch nicht mehr gut. Neulich habe ich als Eure Ü-80-Influencerin in meinem Youtube-Kanal ein Medikament zur Durchblutung des Gehirns empfohlen. Doch leider war es ein Abführmittel, noch dazu ein starkes, sodass viele von Euch drei Tage nicht von der Toilette loskamen und anschließend mit einem Kreislaufkollaps ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Das tut mir furchtbar leid.

Ebenso tut es mir leid, dass ich mich wohl wegen meiner fünften Zähne nicht richtig ausgedrückt habe. Ich empfahl letzte Woche zwei und nicht zweiundzwanzig Tabletten zur nächtlichen Reinigung Eurer Gebisse. Viele von Euch nahmen jedoch zweiundzwanzig, und da war das Gebiss am anderen Morgen natürlich nicht mehr da.

Ich möchte Euch daher mitteilen, dass ich meinen Kanal als erfolgreiche Trendsetterin einstellen werde. Ich will Euch ja nicht umbringen. Zwei Anfragen, die von mehreren Leuten an mich gerichtet wurden, will ich noch beantworten. Ja, liebe Follower, es stimmt: Wenn sich die Räder am Rollator lockern, dann kann man sie mit Haftcreme für die neuen Zähne wieder festmachen. Morgens und abends einen Esslöffel Creme auf die Räder und sie halten wieder.

Sehr oft wird nach erfolgreichen Einschlafhilfen gefragt. Ich empfehle immer wieder gerne zwei Fläschchen »Klostergeist Melissenfrau« am Abend; damit konnte ich sogar schon hin und wieder zwei Tage