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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2019
Was ist heilig?
Der Inhalt:

AfD kritisiert Kirche und Kirchentag scharf

Zum Evangelischen Kirchentag in Dortmund haben mehrere AfD-Landtagsfraktionen ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht, das harsche Kritik an der Spitze der evangelischen Kirche übt. Der christliche Glaube werde einseitig politisch instrumentalisiert, sagte der Thüringer Fraktionschef Björn Höcke bei der Vorstellung der rund fünfzigseitigen Broschüre in Berlin. Er warf der evangelischen Kirche vor, »sich mit dem Zeitgeist ins Bett« zu legen und forderte sie auf, in ihren Positionen »pluralistischer« zu werden. Kritisiert wird die Position der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zur Geschlechtergerechtigkeit, in der Flüchtlingspolitik, beim Einsatz für den Klimaschutz – und zur AfD selbst. Führenden Köpfen wie der mitteldeutschen Bischöfin Ilse Junkermann warf Höcke vor, die AfD zu diskreditieren. Die Unterstützer des Papiers, das nach Worten von Höcke kein offizielles Papier der Bundespartei ist, forderten die evangelische Kirche auf, »Politisierung« zu beenden, räumten gleichzeitig aber ein, es sei auch gewinnbringend, wenn sie sich in die Politik einmische. Wo die Grenze zwischen nach Auffassung der AfD berechtigter und nicht berechtigter politischer Kritik verläuft, blieb vage. Das Verhältnis zwischen der AfD und den Kirchen ist vor allem aufgrund der Positionen in der Asylpolitik angespannt. Kritisiert wird von den Initiatoren des Papiers auch die Entscheidung des Kirchentags, AfD-Vertreter in Dortmund nicht auf Podien einzuladen. Der Historiker Michael Wolffsohn reagierte im Deutschlandfunk auf das Papier. Er sagte, man müsse die Anhänger der AfD »weglocken von den Rattenfängern«. Auch der EKD-Kulturbeauftragte Johann Hinrich Claussen betonte, man müsse »mit den Menschen, die diese Partei wählen, weiter im Gespräch bleiben«.