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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2017
Im Herzen die Freiheit
Iran: Reise in ein Land der Widersprüche
Der Inhalt:

Merkel was not amused

Die Ausstellung des Fotografen Andreas Mühe in den Hamburger Deichtorhallen ist wie eine Vermessung unseres Landes

Ausstellung. Eine Waldlichtung im Morgengrauen. Nicht Rehe, sondern ein kleiner Trupp Flüchtlinge, mit Koffern und Rucksäcken bepackt, zieht schweigend über die Wiese. Der Fotograf hat die Perspektive eines Jägers eingenommen, der die Fremden von einem Hochsitz aus beobachtet. Das Foto ist typisch für Andreas Mühe, der seine Bilder bis ins letzte Detail penibel inszeniert. Die Ausstellung »Pathos als Distanz« des 37-jährigen Fotografen ist derzeit in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen.

»Deutschland ist mein Thema, an dem ich mich abarbeite«, sagt der Sohn des Schauspielers Ulrich Mühe. In der Serie »Obersalzberg« etwa beschäftigt er sich mit dem Inszenierungswahn der Nazizeit. Eines der Fotos zeigt einen Menschen in Uniform mit schwarzen Stiefeln vor einem Alpen-Panorama, darüber düsterer Himmel. Würde der kleine Mann nicht den Abhang herunterpinkeln – Leni Riefenstahl hätte die Aufnahme gefallen. Oder doch nicht?

In einem Raum sind Bilder von 37 Weihnachtsbäumen zu sehen. Mühe ist fasziniert von dem Objekt, sieht darin ein »Symbol des Abendlandes«. In einem Jahr sind die Kerzen rot, dann gelb, zwischendurch weiß und elektrisch. »Die Fotos dokumentierten deutsche Gesellschaft und gleichzeitig meine Familiengeschichte von 1979 bis 2016«, erklärt er.

Eine Zeit lang hat man ihn als »Kanzlerfotografen« bezeichnet, denn Mühe hat Angela Merkel mehrfach auf ihren Reisen begleitet. Später hat er diese unterstellte Nähe genutzt und mit seiner Serie »A. M.« für Aufruhr gesorgt. A. M. – das sind die Initialen von Andreas Mühe und zufällig auch die von Angela Merkel.

Auf diesen Arbeiten zeigt Mühe Me