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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2016
Schenkt ihnen nicht eure Angst!
Wie rechte Populisten die Gesellschaft spalten
Der Inhalt:

Nach der Uni in die Schule

von Annette Lübbers vom 24.06.2016
Teach First: Hochschulabsolventen unterstützen Schüler an Brennpunkt-Schulen

In Deutschland bestimmt die soziale Herkunft eines Kindes noch immer seinen Bildungserfolg maßgeblich mit. Dem will Teach First, eine gemeinnützige GmbH mit Sitz in Berlin, etwas entgegensetzen. Der Name ist das Programm: Unterrichte zuerst einmal. Und so geht es: Hochschulabsolventinnen und -absolventen unterschiedlicher Studiengänge verpflichten sich, als sogenannte Bildungsbotschafter nach ihrem Studium zwei Jahre lang an Brennpunkt-Schulen Lehrer und Lehrerinnen im Unterricht zu unterstützen. Dafür werden die Jungakademiker – Fellows genannt – zwölf Wochen lang nach allen Regeln der Kunst trainiert: Auf dem Programm stehen ein Vorbereitungsseminar, Schulpraktika, Einführungen in Didaktik und Classroom-Management, eine Sommerakademie, Präsenzunterricht und Lernferien mit erfahrenen Fellows.

Nach den Sommerferien arbeiten die Bildungsbotschafter dann mit Lehrkräften im Team. Sie geben Nachhilfestunden an Ganztagsschulen, bereiten Migrantinnen und Migranten auf den Eintritt in die Regelklassen vor und helfen Kindern, Abschlussprüfungen vorzubereiten. Bezahlt werden die Jungakademiker zumeist von den Kultusministerien der Länder. Die Organisation selbst finanziert ihre Arbeit ausschließlich durch Spenden von Stiftungen, Unternehmen und Privatleuten, denen ein unterstützendes Bildungssystem am Herzen liegt. Hervorgegangen ist der deutsche Ableger aus der US-amerikanischen Initiative Teach for America in den 1980er-Jahren.

Sowohl Hochschulabsolventen als auch Schulen können sich direkt bei Teach First bewerben. Aktuell seien 140 Fellows aktiv, rund einhundert Bewerbungen für das Schuljahr 2016/2017 lägen vor, sagt Christine Wagner, die Kommunikationschefin von Teach First Deutschland mit Sitz in Berlin. 254 Fellows hätten die zwei Jahre abgeschlossen und setzten sich jetzt als Alumni dafür ein, »dass sich in unserem Bildungssystem etwas bewegt«. Nachwuchssorgen haben die Organisatoren des Programms nicht. »Viele junge Menschen aus Akademikerfamilien machen das, weil sie sich für Kinder einsetzen wollen, die nicht so viel Glück im Leben hatten wie sie selbst. Andere stammen selbst aus bildungsfernen oder sozial schwachen Schichten und möchten, dass mehr Kinder sich hocharbeiten können«, sagt Wagner. Die Bildungsbotschafter profitierten in vielerlei Hinsicht von diesem harten Job mit viel Verantwortung

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