Kampf den Vorurteilen
Um das Zusammenleben von Christen und Muslimen in Deutschland zu erleichtern, erarbeiten die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der Koordinierungsrat der Muslime (KRM) derzeit einen »Dialog-Ratgeber«. Er soll im Herbst vorliegen. Vor allem im Alltag vor Ort, in Kindergärten, Stadtvierteln und Moschee- wie Kirchengemeinden könnten die Grundlagen für ein harmonisches Zusammenleben und den Abbau von Vorurteilen geschaffen werden, erklärte KRM-Sprecher Ali Kizikaya bei einem Spitzengespräch mit Repräsentanten der EKD. Der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider sagte, Ziel des Ratgebers sei es auch, Konflikte zwischen beiden Religionsgemeinschaften offen ansprechen zu können – »ohne gegenseitige Vorwürfe und mit Toleranz und Sensibilität«. Nach der Veröffentlichung des EKD-Textes »Klarheit und gute Nachbarschaft« im Jahr 2006 hatte über mehrere Jahre Funkstille auf den höchsten Ebenen von Islam und Protestantismus in Deutschland geherrscht. Die Muslime waren vor allem über die Formulierung »Dialog und Mission schließen sich nicht aus« in dem EKD-Text verärgert. Inzwischen seien die Gräben überbrückt, sagte Kizikaya. »Die Konflikte und Irritationen sind beigelegt«, pflichtete Nikolaus Schneider bei.
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