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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2014
Fulbert Steffensky: Spiritualität
Warum ich das Wort nicht mehr hören kann
Der Inhalt:

Hungerlöhne am Band

vom 27.06.2014

Eine neue Studie räumt mit dem Mythos besserer Arbeitsbedingungen »Made in Europe« auf. Sie basiert auf über 300 Interviews, durchgeführt in der Türkei und neun verschiedenen postsozialistischen Ländern. Diese Produktionsregion hat eine hohe Relevanz, denn die Hälfte der Bekleidungs importe in die EU 27 stammt aus Europa. In der Fertigung von Bekleidung in Osteuropa und der Türkei erhalten die Näherinnen durchgehend Armutslöhne – wie in Asien. Teils liegen die Nominallöhne unter denen Chinas. Die Studie belegt, dass der gesetzliche Mindestlohn nur zwischen 14 Prozent (Bulgarien, Ukraine, Mazedonien) und 36 Prozent (Kroatien) eines existenz sichernden Einkommens abdeckt. In Ländern wie Rumänien, Kroatien oder Georgien gibt es eine lange textile Tradi tion sowie hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Firmen wie Adidas – Großverdiener im Weltfußballgeschäft –, Zara, H&M, Benetton oder Hugo Boss – Anzugausrüster der deutschen Nationalkicker – nutzen diesen Vorteil, zahlen jedoch Löhne unterhalb der Armutsgrenze. Bettina Musiolek, eine der Verfasserinnen der Studie, sagt: »›Made in Europe‹ ist keine Garantie für menschenwürdige Arbeitsbedingungen.«

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