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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2013
Fernweh trifft Wirklichkeit
Wie fair kann Tourismus sein?
Der Inhalt:

Wie Straßenschilder zum Frieden weisen

von Thomas Schneider vom 28.06.2013
Am 1. Juli wird Kroatien Mitglied der EU. Das Theologenpaar Ana und Otto Raffai arbeitet dort seit zwanzig Jahren für Versöhnung

Im europäischen Epochenjahr 1989 heiraten in Zagreb Ana und Otto Raffai. Ana ist Kroatin, Otto wuchs als Sohn ungarischer Bauern in Serbien auf. In seiner Kirche gilt er als Exot, nachdem er aus dem Priesterseminar austrat, aber trotzdem darauf beharrte, als Laie Theologe zu werden. Berufliche Perspektiven? Eher nicht. Ana studierte außer Theologie auch Germanistik und fand als Lehrerin Arbeit. Was die beiden in jenem Jahr, als die Diktaturen zerbrachen, nicht ahnen konnten: Sie würden bald vor einer dramatischen Entscheidung stehen.

Denn knapp zwei Jahre später wählt Kroatien die Unabhängigkeit. Die jugoslawische Bundesarmee und serbische Milizen beginnen ihren Krieg gegen Kroatien. Da er mit seiner Frau in Kroatien lebt, erhält auch Otto, der Ungar aus Serbien, die neue kroatische Staatsbürger