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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2012
Heilsame Netze
Warum wir andere Menschen brauchen
Der Inhalt:

Mit Daniels Asche

Der Film »Dein Weg« widmet sich dem Pilgern, wobei die »letzte Reise« des Sohnes zum Jakobsweg des Vaters wird

Bilder vom sonnigen kalifornischen Strand. Ein kurzer Einblick in Tom Averys Augenarztpraxis. Zwei, drei Schläge auf grünem Golfplatz unter Freunden. Dann ereilt den etwa Siebzigjährigen die Katastrophe per Handy: Eine Stimme mit französischem Akzent erklärt, dass Toms Sohn Daniel ums Leben gekommen sei, in einem Gewitter auf der ersten Etappe des Jakobswegs.

Wenig später sitzt der verwitwete Augenarzt im Zug auf der Reise zur französisch-spanischen Grenze. In die vorbeirauschenden Ansichten mischen sich Gedanken und Erinnerungen an den Verunglückten. Der Vater will den fast vierzigjährigen Toten heimholen, muss ihn identifizieren – und begibt sich schließlich selbst mit den Überresten seines Sohnes auf den Fußweg nach Santiago di Compostela.

Anfangs marschiert der Trauernde allein auf dem knapp 800 Kilometer langen »Camino Frances«. Doch nach und nach gesellen sich drei weitere Pilger zu ihm: Joost, der kiffende Niederländer, Sarah, die kratzbürstige Kanadierin, sowie Jack, der überdrehte Ire.

Kantige Figuren, die der Kirche gleichgültig bis ablehnend gegenüberstehen und an die man sich gewöhnen muss. Jede trägt neben dem Rucksack weiteres Gepäck mit sich: Tom verstreut an vielen Stationen ein wenig von der Asche des Toten; Joost ist übergewichtig und lässt keine Gelegenheit aus, regionale Köstlichkeiten zu sich zu nehmen; Sarah will mit dem Rauchen aufhören, trägt aber noch schwerer an der Schuld einer Abtreibung; und den irischen Reiseschriftsteller quält eine Schreibblockade.

Eine Pilgergemeinschaft auf Zeit, zu der (immer wieder) auch der tote Sohn zählt. Eine Weggemeinschaft ohne explizit spirituelle Ambitionen, die aber dennoch über das primäre Z