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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2012
Heilsame Netze
Warum wir andere Menschen brauchen
Der Inhalt:

Falscher Fünfer

Ein Zwischenruf

Das Kabinett hat eine private Pflegevorsorge beschlossen – und damit eine große Chance verpasst. Denn die Privatisierung der Vorsorge ist sozial ungerecht, und sie macht die Pflegeversicherung gerade nicht krisensicherer.

Von 2013 an soll jeder für eine Pflegetagegeld-Versicherung fünf Euro im Monat vom Staat bekommen – unabhängig vom Einkommen. Wie viel jeder für die private Versicherung zahlt, hängt vom Alter ab. Wer 50 Jahre alt ist, muss mit 70 Euro und deutlich mehr im Monat rechnen. Wer kann sich das leisten? Geringverdiener, Hartz-IV-Empfänger und viele Familien mit Kindern in Ausbildung sicher nicht. Krisensicher ist die Versicherung auch nicht, da das Geld auf den internationalen Finanzmärkten angelegt wird. Wie es um die bestellt ist, wissen wir spätestens seit der letzten Finanzkrise. Die große Zahl von privaten Rentenversicherungen, deren Kapital dort angelegt wird, führt letztlich zu immer riskanteren Spekulationen, um die erwünschte Rendite zu erzielen – was die Unsicherheit der Märkte erhöht.

Krisensicher und sozial gerecht wäre eine Bürgerversicherung. In diese zahlen alle Bürger entsprechend ihrem Einkommen aus selbstständiger oder nichtselbstständiger Arbeit, aus Zinserträgen und Mieteinnahmen ein. Auch in einer Gesellschaft, in der eine kleiner werdende Zahl Junger und Erwerbstätiger eine größer werdende Zahl Alter und Pflegebedürftiger tragen muss, hat dieses Modell Aussicht auf Erfolg. Denn seine Einnahmebasis ist deutlich breiter als bei der bisherigen Pflegeversicherung, die allein Erwerbsarbeit und Renten berücksichtigt.

Die Kosten für die Pflege im Alter werden in unserer Gesellschaft steigen. Das ist unumgänglich. Es kommt darauf