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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2012
Heilsame Netze
Warum wir andere Menschen brauchen
Der Inhalt:

Öffentliches Bekenntnis

»Ihr dürft hier nicht rein«: In Nordrhein-Westfalen gibt es immer noch Bekenntnisschulen. Bei Eltern wächst der Unmut

Da waren es schon drei. Die Grundschule Overbeckstraße ist innerhalb weniger Monate die dritte Grundschule im katholischen Köln, bei der Eltern die Umwandlung einer Katholischen Grundschule in eine sogenannte Gemeinschaftsgrundschule beschlossen haben. Der Grund war in allen drei Fällen der Gleiche: Die Schulen hatten keine Direktorin. Mangel an Grundschulleiterinnen ist in ganz Nordrhein-Westfalen ein Problem. Bei katholischen Grundschulen verschärft sich das jedoch, weil dort nur Lehrer werden kann, wer katholisch ist. Außerdem habe man wegen der Bekenntnisbindung keine nichtkatholischen Referendare oder Vertretungen übernehmen können, sagt Stephanie Kaul, die mit einer Kollegin die Grundschule Overbeckstraße kommissarisch leitet.

Dahinter steht eine Besonderheit des Landes: Laut Landesverfassung gibt es in Nordrhein-Westfalen immer noch »Bekenntnisgrundschulen«, in denen die Kinder »nach den Grundsätzen des betreffenden Bekenntnisses unterrichtet« werden. Nicht konfessionell gebundene Grundschulen – wie in anderen Bundesländern üblich – gibt es in NRW auch; sie heißen hier »Gemeinschaftsgrundschulen«. Rund ein Drittel der Grundschulen im Land sind Bekenntnisgrundschulen: 946 katholische und 100 evangelische. Sowohl die Bekenntnisgrundschulen als auch die Gemeinschaftsgrundschulen sind Schulen in öffentlicher, also städtischer Trägerschaft und werden zu hundert Prozent vom Staat finanziert, die Lehrer sind Landesbeamte. Doch an den Bekenntnisgrundschulen dürfen nur Lehrer des jeweiligen Bekenntnisses arbeiten. Auch werden dort bevorzugt Kinder des jeweiligen Bekenntnisses aufgenommen.

Dass einzelne Kinder wegen ihrer Konfession nicht in eine katholische Grundschule aufgenommen wurden, hat in Bonn zur