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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2012
Heilsame Netze
Warum wir andere Menschen brauchen
Der Inhalt:

»Bohrt nicht in unsrer Erde«

Knappe Energie und die Folgen: Erdgas wird mit Chemikalien aus dem Gestein gepresst. Mitten in Deutschland. Der Protest wächst

Mit hellen Stimmen singen Kinder »Bohrt doch in der Nase, nicht in unsrer Erde«. Sie gehen an der Spitze eines Demonstrationszugs gegen Gasbohrungen am Südhang des Teutoburger Walds. Der Energiekonzern Exxon Mobil hat dort mit einer Probebohrung das Gestein nach Erdgas erkundet. Falls es gefördert wird, soll die umstrittene Technologie »Fracking« zum Einsatz kommen. Die Menschen in der beschaulichen Landschaft zwischen Niedersachsen und dem Münsterland fürchten um ihre Solequellen, das Trinkwasser und den Boden.

Beim Fracking wird Gas mit riesigen Mengen an Wasser und Chemikalien gewonnen, das bisher als nicht förderbar galt. Es ist in festem Sandstein, Schiefer oder Kohleflözen gebunden. Aber seit die leichter zugänglichen fossilen Energien knapp werden und die Preise für Öl und Gas stetig steigen, sind sogar noch solche aufwendigen und riskanten Fördertechniken ein lohnendes Geschäft für Energieunternehmen wie Exxon oder RWE.

Beim Fracking wird nicht nur in die Tiefe, sondern auch kilometerweit in die Waagerechte gebohrt. Ist die gasführende Schicht erreicht, wird gesprengt. Unterirdische Risse bilden sich im Gestein. Mit hohem Druck wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien hineingepresst. Damit werden die Risse offen gehalten, und das Gas entweicht aus den Poren der Steine.

Dabei könnten sich Sole und Trinkwasser vermischen, warnt Anna Kebschull, Sprecherin der Interessengemeinschaft gegen Gasbohren in Bad Rothenfelde. »Dann«, warnt die 39-Jährige , »ist es vorbei mit unseren Heilbädern.« Im Sommer 2010 war sie auf die nachts hell beleuchtete Anlage aufmer