Die CSU vom Nil
Aus Hebas Mund strömen die Worte, dunkel, apokalyptisch, kaum zu ertragen – wäre da nicht dieses Schulterzucken. »Brandgefährlich, diese Muslimbrüder; Wölfe im Schafsfell sind sie; ich sage dir, Ägypten wird ein islamischer Gottesstaat!« Aufgebracht rückt Heba, eine zierliche Frau Anfang dreißig, ihre Brille zurecht. Sie scheint die Ängste der Europäer auszusprechen, die Warnung vor einem islamistischen Flächenbrand im Nahen Osten. Doch sie formuliert keine Mutmaßungen aus dem fernen Deutschland. Heba stammt aus Kairo, sie war hautnah bei den Straßenkämpfen der Tahrir-Revolution dabei und fürchtet nun, dass der demokratische Aufbruch doch noch entgleitet. Ich stelle die Gegenfrage: »Aber was weißt du eigentlich über die Muslimbrüder? Kennst du welche?« Wie beiläufig zuckt Heba mit der Schulter. Ein seltsames Fragezeichen, nach ihren flammenden Warnungen. »Persönlich kenne ich keinen. Aber ich lasse meine Kontakte spielen«, verspricht sie.
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