Christen sollen mit ins Boot
Die ägyptischen Muslimbrüder präsentieren sich als Partei im demokratischen Wettbewerb, ein Vierteljahr nach Beginn der Revolution der gewaltfreien Bürger auf dem Tahrir-Platz im Herzen von Kairo. Partei für Freiheit und Gerechtigkeit (PFJ) heißt das Projekt der eine Million Mitglieder zählenden Muslimbrüder. 8821 Mitglieder, darunter 978 Frauen, zählt die PFJ am Tag ihrer Anmeldung. Die Namen der Mitglieder werden veröffentlicht. Unter ihnen sind 93 Christen; der Vizepräsident der neuen Partei ist Kopte. Aufsehenerregend ist das Grundsatzprogramm, das sich die 1928 gegründeten früheren Hardliner geben. Es umfasst acht Punkte auf 69 Seiten. »Freiheit und Gerechtigkeit«, die beiden Begriffe des Parteinamens, werden in der Präambel religiös gedeutet: Freiheit sei jedem Menschen von Gott gegeben, ebenso der Anspruch auf Gerechtigkeit, denn Allah, so einer seiner 99 Gottesnamen, sei auch »der Gerechte«.
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