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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2020
Mission impossible
Kolonialismus und Rassismus in christlichem Gewand
Der Inhalt:

Sie werden wiederkommen

von Ulrike Scheffer vom 12.06.2020
Klimaschützer organisieren Widerstand gegen das neue Kohlekraftwerk Datteln 4

Ronja Weil denkt nicht ans Aufgeben: »Sobald massenhafter Protest wieder möglich ist, kommen wir zu Tausenden und sorgen selbst für den Kohleausstieg.« Sie ist Pressesprecherin des Aktionsbündnisses Ende Gelände, »So, wie wir die Rodung des Hambacher Waldes gestoppt haben, so werden wir auch Datteln 4 stoppen.« Datteln 4 heißt ein neues Steinkohlekraftwerk in Nordrhein-Westfalen, das gegen die Empfehlungen des Beratergremiums der Bundesregierung zum Kohleausstieg, der sogenannten Kohlekommission, gerade ans Netz gegangen ist. Klimaschützer halten das für ein fatales Signal mit Blick auf das Pariser Klimaabkommen. Statt den Kohleausstieg voranzutreiben, nimmt Deutschland als einziges Land in Westeuropa sogar noch ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb. Lokale Bürgerinitiativen haben jahrelang versucht, das zu verhindern. Auch jetzt noch sind Klagen gegen den Betrieb anhängig. Dennoch setzte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) die Inbetriebnahme in den Bund-Länder-Verhandlungen zum Kohleausstieg durch.

An Pfingsten protestierten lokale Aktivisten gemeinsam mit größeren Organisationen wie Ende Gelände, Fridays for Future und dem BUND direkt vor dem Kraftwerksgelände. Weil Großkundgebungen wegen Corona nicht erlaubt sind, musste das Bündnis die Zahl der Teilnehmer begrenzen. Dennoch erregte es mit spektakulären Einzelaktionen große Aufmerksamkeit. Schwimmer blockierten den Wasserkanal vor dem Kraftwerk; auf dem Kraftwerksturm erstrahlte der Spruch »How dare you«, »Wie könnt ihr es wagen«. Greta Thunberg hatte diesen Satz vor den UN Politikern aus aller Welt zugerufen. Über soziale Medien wurde er nun aus Datteln erneut in die Welt verbreitet.

Datteln 4 führt aber nicht nur die deutsche Klimapolitik ad absurdum. Kraftwerksbetreiber Uniper, einst eine Tochter des deutschen Energiekonzerns Eon, gehört heute dem finnischen Unternehmen Fortum, an dem der finnische Staat beteiligt ist. Finnland will bis 2029 aus der Kohle aussteigen. Angesichts dieses Widerspruchs haben Klimaaktivisten einen Protestbrief an die Premierministerin des Landes geschrieben. Lena Wittekind von Fridays for Future Castrop-Rauxel: »Mit Datteln 4 verspielt Fortum wissentlich die Gesundheit der Menschen vor Ort und die Zukunft unserer Generation welt

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