Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2018
Schluss jetzt!
Chile-Skandal: Überwindet der Papst die Restauration?
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 08.06.2018

Maryam Pougetoux, Vorsitzende der Studierendenunion an der Sorbonne in Paris, ist Opfer eines Shitstorms im Internet geworden. Auslöser war eine Kritik des französischen Innenministers Gérard Collomb, der der 19-Jährigen »schockierende Provokation« vorgeworfen hatte. Der Grund: Sie hatte während eines Interviews zur französischen Bildungsreform ein Kopftuch getragen. Auch die Staatssekretärin für Gleichberechtigung, Marlène Schiappa, unterstellte der Studentin, »eine Form des politischen Islam« verbreiten zu wollen. Pougetoux erklärte, sie trage das Kopftuch als Ausdruck ihres Glaubens, mehr nicht. Der Shitstorm wurde verstärkt durch eine Karikatur im Satiremagazin Charlie Hebdo, das die Studentin als Affen darstellte. Christoph Sydow, Nahost-Journalist bei Spiegel-Online, verglich die Karikatur mit der jüngst erschienenen Zeichnung von Dieter Hanitzsch in der Süddeutschen Zeitung, die von einigen als antisemitisch bezeichnet wurde und dazu führte, dass Hanitzsch gekündigt wurde. Sydow schreibt, die SZ-Karikatur sei im Vergleich ein Waisenknabe. »Eine 19-jährige Muslima als Affen darzustellen gilt in Frankreich im Jahr 2018 als Satire«, empört er sich.

Victoria Sandino, ehemalige Kämpferin der kolumbianischen Guerilla-Bewegung Farc, befürchtet, der Friedensprozess in Kolumbien könne »eine Kehrtwende machen«, wenn der konservative Kandidat Iván Duque die Präsidentschaftswahlen gewinne. Die Vergabe von Land an rund 8000 ehemalige Farc-Kämpfer sei versprochen, aber bisher nicht erfolgt: »Unsere Leute können noch nicht arbeiten und sich selbst ernähren.« Duque hatte Ende Mai die erste Runde der Präsidentschaftswahlen gewonnen. Am 17. Juni findet eine Stichwahl zwischen ihm und Gustavo Petro von der linken Bewegung Colombia Humana statt. Duque will das Friedensabkommen ändern, Petro an der Vereinbarung festhalten. Unterdessen fordert Kurt Beck, Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung, mehr internationale Aufmerksamkeit für d

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen