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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2018
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Chile-Skandal: Überwindet der Papst die Restauration?
Der Inhalt:

Aufgefallen: Der Liebesprediger

Bischof Michael Curry ist seit seiner leidenschaftlichen Ansprache bei der royalen Hochzeit weltberühmt. Jetzt prangert er Trumps Politik an

Dass bei Hochzeiten über die Liebe gepredigt wird, ist ja eigentlich nicht ungewöhnlich. Das flammende Plädoyer für die Liebe, das Michael Curry bei der königlichen Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle hielt, wird dennoch in die Geschichte eingehen. Denn nicht nur die temperamentvolle Gestik und Energie des schwarzen Bischofs hat bei der traditionellen Zeremonie auf Schloss Windsor überrascht – seine Liebesbotschaft war auch politisch an die Herrschenden der Welt gerichtet. Und stellt nun auch die Politik von Donald Trump infrage.

»Wie sähe die Welt aus, wenn Liebe die treibende Kraft wäre?« Diese Frage bewegte das Oberhaupt der Episkopalen Kirche in seiner Hochzeitspredigt, die viele Millionen Zuschauer auf der ganzen Welt verfolgten. Ausgewählt hat ihn das Brautpaar, damit er eine Brücke zwischen ihren Herkunftsländern baut. Currys Predigt ging dann weit darüber hinaus, sie begann mit einem Zitat des Bürgerrechtlers Martin Luther King und trug damit Themen wie Rassismus, Sklaverei und soziale Ungerechtigkeit in die königliche Hochzeitsgesellschaft.

Es sind seine Lebensthemen. Als Sohn eines Bürgerrechtlers ging er als erstes Kind seiner Familie 1963 auf eine Schule für Schwarze und Weiße. Seit vier Generationen sind die Currys Prediger, aber dass er mit überwältigender Mehrheit als erstes afroamerikanisches Oberhaupt der Episkopalkirche gewählt werden würde, hätte sich wohl niemand vorstellen können. Als progressiver Bischof von North Carolina hat Michael Curry sich als erster Amtsträger für die Segnung Homosexueller eingesetzt und damit kurzzeitig die anglikanische Kirche Großbritanniens gegen sich aufgebracht. Trotzdem war es ausgerechnet Justin Welby, der