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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2017
»Überall schwindet das Vertrauen«
Norbert Lammert über Medien, Demokratie und Kirche
Der Inhalt:

Vorgespräch: Gegen den Strom denken?

von Markus Dobstadt vom 09.06.2017
Fragen an Hanno Wupper, den Initiator des ersten »Querdenker-Zirkels« im Bildungswerk »Die Hegge«

Publik-Forum: Herr Wupper, Sie planen ein Querdenker-Seminar. Worum geht es dabei?

Hanno Wupper: Wir leben in einer Zeitenwende: Klimawandel, Globalisierung, Digitalisierung, Automatisierung der Welt durch Roboter oder die Flüchtlingskrise, das alles verändert die Welt grundlegend. Wir wollen Menschen zusammenbringen, die neu nachdenken wollen, wie man die Probleme lösen kann.

Wie sieht das Programm der Tagung aus, welche Themen werden Sie diskutieren?

Wupper: Ich als Informatiker habe mich mit Veränderungen in der Computerwelt beschäftigt. Was hat das für Folgen, wenn Computer selbstständig lernen können? Das sind philosophische Fragen, die aber konkrete Folgen haben für die Gesellschaft. Andere Teilnehmer werden andere Themen einbringen. Einen Kulturumschlag schaffen wir nur, wenn wir neu zu fragen lernen. Es geht darum, wegzukommen davon, dass keiner mehr über den Tellerrand blickt. Das Ganze hat kaum noch jemand im Blick. Wir wollen Verbindungen ziehen und Denkanstöße geben.

Müsste man nicht eher handeln, anstatt zu fragen? Für Probleme wie den Klimawandel liegen Vorschläge auf dem Tisch. Sie werden jedoch nicht oder zu wenig umgesetzt.

Wupper: Und haben Sie den Eindruck, dass es in Deutschland einen intensiven Diskurs darüber gibt? Früher trafen sich Politiker, Künstler und Wissenschaftler in Bildungsstätten oder christlichen Akademien und haben intensiv diskutiert, etwa über soziale Marktwirtschaft. Wir wollen dabei helfen, dass wieder frei nachgedacht wird, statt dass jeder in Talkshows nur seinen Standpunkt verkündet. Wir brauchen etwas, das den Salons des 19. Jahrhunderts ähnelt.

Und wie wollen Sie Ihre Lösungsansätze publik machen?

Wupper: Die Tagung soll nur ein Startschuss sein für weitere Veranstaltungen. Wir hoffen, dass wir dort Vertreter von Netzwerken zusammenführen können und dass sie die Ergebnisse jeweils in ihre Kreise tragen. Menschen für solche Netzwerke gibt es überall: motivierte Lehrer, Journalisten, Lokalpolitiker, mittelständische Unternehmer oder Beschäftigte in der Finanzbranche, die diese Welt der Finanzen auch infrage stellen können.

Das heißt, Sie suchen Menschen, die gegen den Strom schwimmen?

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