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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2015
Rettet das Singen
Über die Macht der eigenen Stimme
Der Inhalt:

Mit dem Blick gen Mekka

von Michael Bosse vom 05.06.2015
Wuppertal: Erstmals werden Muslime einen Friedhof betreiben

Auf dem Gelände des evangelischen Friedhofs Wuppertal-Varresbeck, der am Rande eines großen Waldgebiets abseits der Stadt liegt, soll nach einem jüdischen nun auch ein islamischer Friedhof entstehen. Es ist der deutschlandweit erste, der von einem muslimischen Verband getragen wird. Zudem wären erstmals auf einem Gelände Friedhöfe der drei großen monotheistischen Weltreligionen – Christentum, Islam, Judentum – vereinigt. Im Sommer 2014 hatte die rot-grüne Koalition in Nordrhein-Westfalen das Bestattungsgesetz des Landes novelliert. Dadurch wurde es möglich, dass neben Kirchen und Kommunen auch Religionsgemeinschaften Friedhöfe betreiben. Auf dem künftigen muslimischen Friedhof in Varresbeck sollen nach jetziger Planung etwa 3000 Gräber entstehen. Anders als auf christlichen Friedhöfen soll dort das sogenannte Ewigkeitsrecht gelten, das heißt: Die Gräber dürfen nicht nach 25 Jahren aufgelöst werden. Zudem sollen die Toten mit Blick Richtung Mekka und ohne Sarg beigesetzt werden. Mustafa Temizer, Vorsitzender des Trägervereins Muslimische Friedhöfe Wuppertal, weist darauf hin, dass sich Angehörige von Zuwandererfamilien in der zweiten und dritten Generation nicht mehr in der »alten Heimat« beerdigen ließen, sondern lieber dort, wo sie und ihre Familien leben. Deshalb seien die Planungen für den muslimischen Friedhof auch ein wichtiges Zeichen für die Integration. – Das Grundstück verkauft der Gemeindeverband der evangelischen Gemeinden in Elberfeld für knapp 200 000 Euro an den muslimischen Trägerverein. »Der muslimische Friedhof ist für uns ein ganz wichtiges Zeichen«, sagt Superintendentin Ilka Federschmidt. Alle drei Religionen, die dort Friedhöfe unterhalten werden, glaubten an die Wiederauferstehung.

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