Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
Gebt den Kindern das Spiel zurück!
Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

»Wir weigern uns, Feinde zu sein«

Israels Armee attackiert das christliche Friedenszentrum »Zelt der Völker« in Palästina. Dessen Leiter Daoud Nassar will nicht aufgeben

Publik-Forum: Wie kam es zu der Zerstörung im christlichen Friedenszentrums »Tent of Nations« in Palästina, neun Kilometer südwestlich von Bethlehem?

Daoud Nassar: Das israelische Militär gab mir vor zwei Monaten einen Zettel. In dem Papier wurde behauptet, unsere seit vielen Jahren bestehende Obst- und Aprikosenbaumplantage mit mehr als tausend Bäumen liege auf Staatsgebiet. Dagegen hat unser Rechtsanwalt am 12. Mai bei der israelischen Militärverwaltung Widerspruch eingelegt. Der Widerspruch wurde akzeptiert. Folglich war es ein Schock, eine sehr böse Überraschung, als am 19. Mai die Armee mit Bulldozern kam, alles plattwalzte und rund tausend Obstbäume ausriss und zerstörte, ohne dass eine Gerichtsentscheidung vorlag. Die israelische Armee behauptet, sie hätte lediglich 300 Weinstöcke, Apfel- und Aprikosenbäume ausgerissen.

Viele europäische Reisende ins Heilige Land, auch Politiker und Kirchenführer, kennen als Besucher ihr Friedenszentrum »Zelt der Völker« auf dem Hügel Daher, der seit Sultans Zeiten, also seit hundert Jahren, ihrer Familie gehört. Wo genau fand die Zerstörung statt?

Nassar: Nicht oben auf dem Hügel, auf dem wir – im Gegensatz zu den fünf jüdischen Siedlungen rings um uns – keine festen Gebäude errichten dürfen und deshalb Höhlen für die Begegnungsarbeit und die Landwirtschaftsgeräte graben müssen. Plattgewalzt wurde unser Tal hinter dem Hügel. Auf der Seite, die dem palästinensischen Dorf Nahalin abgewandt ist.

Wie reagieren die Menschen in Palästina und im Ausland auf die Zerstörung?

Nassar: Viele haben sich aufgemacht und