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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
Gebt den Kindern das Spiel zurück!
Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

Preis der Freiheit

von Peter Otten vom 13.06.2014
Helmut Schüller über Kirchenkäfige, die nicht aufgeschlossen werden

Er ist heiser, deswegen ist er kaum zu verstehen im Zelt von Wir sind Kirche ganz am Rande der Donauinseln, wo alle katholischen Initiativen eine schiedlich-friedliche Nachbarschaft bilden. Vis-à-vis flattert das Banner von »Nightfever«, den offenen Kirchen mit der besonderen Atmosphäre; eine Traube von Priestern steht im Zelteingang. Wenige Schritte entfernt warten Priester und ihre Frauen auf interessierten Besuch. Katholische Realität.

Der Wiener Pfarrer und ehemalige Generalvikar Helmut Schüller spricht über den Papst und dass seiner Ansicht nach eigentlich keine signifikanten Unterschiede zum vorherigen Pontifikat festzustellen seien. »Die Leitmedien schreiben: Es ist alles gut. Aber das ist das Gefühl an der Basis nicht«, krächzt er. Der Papst müsse die amerikanischen Ordensfrauen aus der Schusslinie nehmen, sonst seien die USA für die katholische Kirche verloren. Und die geplante Familiensynode in Rom müsse ein Erfolg werden, »sonst ist die Enttäuschung groß«. Dann muss er weiter, zu einer Pressekonferenz.

Schüller ist Kopf und Sprachrohr der Pfarrer-Initiative Österreich, die sich unter anderem gegen die zunehmenden Zusammenlegungen von Pfarreien wendet, aber auch die Berufung aller Getauften zu Mitverantwortung und Mitentscheidung in der Kirche unterstützen möchte. Über 500 Priester und Diakone sind inzwischen dabei. Zum Glück ist in seinem Taxi noch ein Platz frei.

Am Vorabend ist er aus Wien gekommen. »Ich hatte morgens noch die Erstkommunionfeier in der Pfarrei, und heute Abend fahre ich mit der Bahn zurück, denn morgen ist noch eine.« Es sei ihm wichtig, diese Arbeit nicht zu vernachlässigen. Aus dem Ordinariat werde ihm das manchmal vorgeworfen. »Denen sag ich: Ich bin öfter da als ihr.«

Der Taxifahrer muss einen Umweg machen, zu wenige Brücken für den Autoverkehr. »Ihr solltet mal richtige bauen.« Schüller grinst. »Brücken für Christus, aber auch richtige Brücken. Das wäre eine gute Petition.« Schüller springt aus dem Taxi und zupft an seinem Schal. Dunkle Hose, beiger Wettermantel, perfekter Scheitel. Dem Katholikentag bescheinigt er ein »bischofszentriertes Programm«. Letztlich seien die Bischöfe die Gastgeber. »Gestreamlinert« sei das, was wohl stromlinienförmig heißen soll. Man habe lediglich die Diskussionsleine verlängert.

»Die größte und

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