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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
Gebt den Kindern das Spiel zurück!
Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

»Mein Ziel ist eine offene Stadt«

Die Freiburger Politikstudentin Laura Gorriahn (27) hat die Initiative Schlüsselmensch gegründet, die Patenschaften zwischen Studierenden und Flüchtlingskindern vermittelt

Mit den Flüchtlingskindern in Kontakt kam ich, als ich bei der Hausaufgabenhilfe in ihrem Wohnheim mitmachte. Dort leben vor allem Roma-Familien aus dem Kosovo – auf engstem Raum in einem Industriegebiet am Rande der Stadt. Die Kinder haben Schul- und Sprachprobleme, die nicht sein müssten. Vor zwei Jahren habe ich dann mit Freunden zusammen ein Tandem-Projekt gegründet: Wir haben über die Sozialarbeiterinnen Kontakt zu den Familien geknüpft und eine Art Patenschaft für einzelne Kinder übernommen. Als Paten spielen wir gemeinsam mit ihnen Fußball, gehen ins Schwimmbad, in die Stadt oder in den Wald – ganz einfache Dinge, die für diese Kinder alles andere als selbstverständlich sind. In der Regel unternehmen wir einmal in der Woche etwas mit ihnen.

Wenn einer von uns im Heim auftaucht, kommen sofort Kinder angerannt, die noch keine Paten haben, und wollen auch »Partners«, wie sie uns nennen. Derzeit bestehen vierzig Tandems. Seit einer Info-Veranstaltung an der Uni haben wir eine Warteliste mit fünfzig weiteren Interessierten.

Mein Patenkind heißt Laura wie ich und ist zehn Jahre alt. Ihre Familie spricht kaum Deutsch, und anfangs konnte sie selbst auch nur sehr wenig, aber das hat sich schnell verbessert. Es ist immer wieder wahnsinnig schön zu erleben, wie Laura sich freut, wenn ich komme. Einmal habe ich sie in meine Wohngemeinschaft mitgenommen; da hatte ich zuerst Bedenken, weil ich ja im Vergleich zu ihr fast luxuriös lebe. Aber sie war einfach nur selig. Ein großer Erfolg des Projekts ist, dass viele Kinder aus der Förderschule auf eine höhere Schulart wechseln konnten, einfach nur, weil wir Deutsch mit ihnen sprechen und sie Einblicke in unser Leben bekommen.

Ich