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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
Gebt den Kindern das Spiel zurück!
Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

Die Macht der Ohn mächtigen

von Gerhard Loettel vom 13.06.2014
Warum ich die Ökumenische Versammlung 2014 in Mainz als Meilenstein für Frieden und Gerechtigkeit erlebte. Ein Zwischenruf

So mancher Teilnehmende hat die Ökumenische Versammlung in Mainz kritisch hinterfragt (Publik-Forum 9/2014), für mich war sie ein Meilenstein.

Diese Versammlung legte die lebensfeindlichen Aspekte unseres derzeitigen Zivilisationsmodells schonungslos bloß. Aufgedeckt wurde die Durchdringung aller ökologisch-sozialen Bereiche durch die renditeorientierte Wirtschafts- und Finanzstruktur, die Aushöhlung demokratisch verbriefter Rechte durch Regierende und die fehlende Rechtssicherheit.

Für mich als Bürger aus der ehemaligen DDR wurden einmal mehr Parallelen zwischen der überwundenen real-sozialistischen und der sich derzeit global auswalzenden Gesellschaftsordnung sichtbar: Die Verwerfungen sind ähnlich groß. Doch in Mainz wurden wenigstens die Ursachen dieser Probleme radikal analysiert und die Verwerfungen beim Namen genannt. Ein Thema als Beispiel für den direkten Einfluss der Konzerne auf die Politik war das geplante Freihandelsabkommen TTIP zwischen den USA und der Europäischen Union, das der Schöpfung schweren Schaden zufügen kann.

Darüber hinaus widersprach die Versammlung entschieden den in Europa zunehmenden Militarisierungstendenzen und dem Hang, Deutschland in militärische Konfliktlösungsmodelle einzubinden, wie sie in der Rede von Bundespräsident Joachim Gauck auf der Sicherheitskonferenz in München deutlich wurden. Andreas Zumach, friedenspolitisch engagierter Journalist aus Genf, wies darauf hin, wie verführbar mächtige Nationen und Regierungen für militärische Lösungen geworden seien. Dagegen machte die Ökumenische Versammlung deutlich, genau zu prüfen, wann und ob militärische Eingriffe (sprich Krieg!) notwendig sind, um humanitäre Ziele zu erringen. Für Frieden dürfe man nicht mit gewalttätigen Mitteln »kämpfen«, sagt der Mainzer Appell. Und weiter: »Die Ukraine darf nicht zum Auslöser eines Kriegs werden! Bei aller berechtigten Kritik an der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland« sind »Sanktionen, Drohungen und die Militärpräsenz beider Seiten Eskala tionsstufen, die sich sehr schnell verselbstständigen können.« Zivile Verteidigungsmodelle müssen stärker erforscht und dafür Mittel bereitgestellt werden. Der Appell spricht von der »Anerkennung gewaltfreier Kommunikation und ziviler Konfliktbearbeitung als Lebensmaxime«. Die Nato

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