Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2014
Gebt den Kindern das Spiel zurück!
Wie fairer Fußball geht
Der Inhalt:

Bunt, bewegt – beliebig?

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 13.06.2014
Das Jugendprogramm ließ keine Wünsche offen. Es wurde schier alles geboten. Doch ist alles genug?

Als Erstes fällt auf, wer nicht da ist: Punks, Jugendliche mit Piercings, Tattoos oder bunt gefärbten Haaren. Die jungen Rebellen sucht man vergeblich. Manch einer sucht auf dem Außengelände des Zentrums Jugend wohl auch Gott vergeblich. Wo hat Er sich nur versteckt im Jugendprogramm des Katholikentags? Vielleicht im Chill-out-Zelt? Oder im Kletterparcours? Einige Jugendliche sind wegen des »Spaßprogramms« gekommen. Andere, weil sie an religiösen Inhalten interessiert sind. Viele sind wegen beidem da.

Und der Schwerpunkt? »Wir wollen ein möglichst breites Angebot haben. Für alle zwischen 13 und 27 Jahren soll etwas dabei sein«, sagt die Bildungsreferentin und Diözesanvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Lisa Praßer. Als Vorsitzende des Arbeitskreises Jugend war sie an der Ausgestaltung des Programms beteiligt.

Bunt also sollte es sein – und bunt ist es in der Tat geworden. Das ist zunächst etwas Positives. Bunt bedeutet Vielfalt. Bunt ist schön. Zu bunt kann aber auch Verwirrung stiften. Und so sitzen etliche Jugendliche leicht verunsichert herum und wissen nicht recht, was sie eigentlich machen sollen. Viele lassen sich treiben, sind ohne Plan gekommen.

Ein wenig planlos erscheint auch das Jugendprogramm. Viele tolle Veranstaltungen werden angeboten: ernste, witzige, religiöse, säkulare, coole, fromme. Katholisch soll alles sein. Aber wird es dadurch nicht beliebig? Das Zentrum Jugend bietet von allem ein bisschen. Und nichts richtig. Was ist der rote Faden? Gott?

Johannes Merkl ist geistlicher Verbandsleiter des BDKJ in Bayern und mit dabei im Zentrum Jugend. »Es gibt nicht einen einzigen roten Faden«, sagt er. »Es gibt spirituelle Bereiche, politische Angebote, Veranstaltungen zur persönlichen Lebensgestaltung und vieles mehr. Keiner dieser Fäden ist wichtiger als der andere.«

In der Turnhalle des Goethe-Gymna siums findet ein »Planspiel Politik« statt. Erstaunlich viele Kinder nehmen teil – zum Beispiel die Brüder Clemens (13) und Hendrik (10). Sie wollen auch noch einen konsumkritischen Stadtrundgang und den Kalligrafie-Workshop aus dem Erwachsenenprogramm mitmachen. Aber erstmal wird Politik gemacht. In Raum 311 des Gymnasiums beschäftigen sich einige wenige Jugendliche an verschiedenen Stationen an

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen