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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2013
Götzen, Geld und die Gerechtigkeit
Was Christen heute herausfordert
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 14.06.2013

Manfred Lütz, katholischer Theologe und Psychiater, ist mit seinem Plädoyer, alle katholischen Krankenhäuser zu schließen, auf heftige Kritik des Katholischen Krankenhausverbandes Deutschland gestoßen. Dessen Geschäftsführer Thomas Vortkamp sprach von Polemik. Katholische Krankenhäuser leisteten mit ihren christlichen Werten und ihrer hohen Versorgungsqualität einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitswesen. Zugleich böten sie die Möglichkeit, »vor Ort Kirche und Caritas erlebbar und erfahrbar zu machen«, sagte Vortkamp. Lütz hatte kritisiert, dass die Proportionen zwischen der Zahl der Mitarbeiter der Kirche und der Zahl der gläubigen Mitglieder in katholischen Krankenhäusern nicht mehr stimmten. Dadurch übe die Kirche eine »Arbeitgebermacht« aus über Leute, die sich gar nicht mit der Kirche identifizieren wollten. In manchen kirchlichen Einrichtungen herrsche eine »Atmosphäre produzierter Heuchelei«.

Maria Theresia Opladen, wiedergewählte Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), hat die Forderung ihres Verbandes nach der Weihe von Frauen zu Diakoninnen bekräftigt. Frauen trügen im Wesentlichen das diakonische Tun vor Ort. »Wir erwarten, dass sich dies auch in der Ämterstruktur der katholischen Kirche wiederfindet«, sagte Opladen. Den Vorschlag von Kurienkardinal Walter Kasper, Gemeindediakoninnen durch Segnung zu beauftragen, lehne der Verband ab. Ein Diakoninnen-Amt zweiter Klasse reiche nicht.

Kirsten Fehrs, evangelische Bischöfin in Hamburg, hat mit siebzig afrikanischen Flüchtlingen, die in der St. Pauli-Kirche Asyl erhalten haben, gesprochen und der Kirchengemeinde ihre Unterstützung zugesagt. »Ich bin auf Ihrer Seite«, erklärte die Bischöfin. Sie sei beeindruckt von der Ruhe, die die Männer ausstrahlen, fügte sie hinzu. Der nächste wichtige Schritt nach der humanitären Hilfe sei die Klärung der aufenthaltsrechtlichen Möglichkeiten jedes Einzelnen. Hamburgs Bürgermeister Olaf Schulz (SPD) erklärte dagegen, dass die Libyen-Flüchtlinge »keine dauerhafte Perspektive« in Hamburg hätten.

Sergej Baranow, ehemaliger orthodoxer Priester in der russischen Großstadt Tambow

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