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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2013
Götzen, Geld und die Gerechtigkeit
Was Christen heute herausfordert
Der Inhalt:

»Nehmt unser Geld«

von Miriam Bunjes vom 14.06.2013
Reiche wollen eine Vermögensabgabe zahlen

Günter Grzega will dem Fiskus gerne mehr geben: Mehr Einkommenssteuer, Teile seines Vermögens und auch mehr für angelegtes Kapital. »Vermögende zahlen in Deutschland viel zu wenig«, sagt Grzega, langjähriger Vorstandschef der Spardabank München.

Grzega ist einer von 63 reichen Deutschen, die sich in der »Initiative Vermögender für eine Vermögensabgabe« zusammengeschlossen haben – einer Gruppe von Bürgern mit über 500 000 Euro Vermögen. Sie alle finden ihre Besteuerung ungerecht. »Diese Einstellung wird populärer«, sagt Grzega, der das Wort »Steuern« in »Gemeinwohl-Abgabe« ändern will. »Dann ist viel klarer, worum es geht: Dem Staat zu ermöglichen, Gemeinschaftsaufgaben zu erfüllen.«

Weil Reiche daran zu wenig beteiligt seien, müssten Städte um Kitaplätze und Bäder bangen. »Es schadet auch den Reichen, wenn der soziale Unfrieden wächst und das Bildungssystem zusammengekürzt wird. Jeder Reichtum basiert auch auf der guten Arbeit Angestellter«, sagt Grzega. »Eine Gesellschaft, in der das Vermögen gleichmäßiger verteilt ist, funktioniert einfach besser.«

Die Vermögensungleichheit in Deutschland nimmt seit Jahren zu, wie verschiedene Studien zeigen. Nach der aktuellsten Untersuchung der Deutschen Bundesbank besitzen die reichsten 10 Prozent der Haushalte 59 Prozent des gesamten Privatvermögens. Gleichzeitig mussten Vermögende in den vergangenen zehn Jahren weniger Steuern zahlen: Die Vermögenssteuer wurde 1996 abgeschafft, der Spitzensteuersatz unter Rot-Grün von 53 auf 42 Prozent gesenkt. Dass auf die Gewinne aus Geldanlagen pauschal nur 25 Prozent ans Finanzamt gehen, hält Thomas Eigenthaler, Chef der Gewerkschaft der Finanzbeamten, für eine »starke Privilegierung der deutschen Kapitalbesitzer«. Steuern einzusparen sei zu lange als Sport betrachtet worden, sagt Günter Grzega. »Die gesellschaftlichen Folgen waren kein Thema.« Das ändert sich gerade, beobachtet er.

Freiwillig funktioniert das nicht, glaubt Grzega. Stiftungen und Spenden von sozial eingestellten Vermögenden könnten nur eine Ergänzung zum Sozialstaat sein. »Es wäre eine Rückkehr ins Feudalsystem des Mittelalters, wenn Nichtvermögende auf milde Gaben der Reichen angewiesen sind.«

Seine Initiative fordert eine einmalige Vermögensabgabe von zehn Prozent, aufgeteilt a

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