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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2020
»Die Zeit läuft uns weg«
Ein Gespräch mit Georg Bätzing
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

vom 29.05.2020

Teresa Bellanova, italienische Landwirtschaftsministerin, hat angekündigt, 600 000 illegal im Land lebende Menschen mit Papieren ausstatten zu wollen. »Wenn wir die

Migranten nicht legalisieren, dann macht sich der Staat zum Komplizen der Illegalität, der Schwarzarbeit, der Sklaverei und der Mafia«, sagte Bellanova. Die 61-jährige Süditalienerin hatte als junge Frau selbst jahrelang auf Tomatenfeldern und in Olivenhainen als Erntehelferin gearbeitet. »Ich habe auf den Feldern viele Freundinnen verloren, die auf dem Arbeitsweg oder an Überarbeitung gestorben sind«, sagte Bellanova. Matteo Salvini von der rechten Lega-Partei will keinerlei Verbesserungen am beklagenswerten Zustand der Migranten: »Wenn die Regierung über Amnestien, Legalisierungen und Papiere redet, ist völlig klar, dass die Botschaft, die am anderen Ufer des Mittelmeeres eintrifft, folgende ist: ›Geh, früher oder später dulden sie dich sowieso‹.«

Christine Lieberknecht, ehemalige Ministerpräsidentin von Thüringen (CDU), hat den Kirchen vorgeworfen, in der Corona-Krise Hunderttausende Menschen, hauptsächlich Alte, Kranke und Sterbende, seelsorglich im Stich gelassen zu haben. Seelsorger seien zu wenig präsent gewesen, Kirchen wären zu früh geschlossen worden. Ihr widersprachen unter anderem Matthias Kopp, Sprecher der deutschen Bischofskonferenz, und Friedrich Kramer, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Kopp sagte: »Genau das Gegenteil ist richtig.« Die Palliativteams hätten Großartiges geleistet. Kramer betonte den Einfallsreichtum der Seelsorgenden: »Ich finde es großartig, wie kreativ Kirchgemeinden und die ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden Wege gefunden haben, in dieser Krise bei den Menschen zu sein.«

Olaf Latzel, evangelischer Gemeindepfarrer in Bremen, ist nach homophoben Äußerungen wegen Volksverhetzung angezeigt worden. Die Bremische Landeskirche hat zudem ein Disziplinarverfahren gegen ihn eröffnet. Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, widersprach Latzel: »Jesus steht

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