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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2019
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern
Eine Annäherung in fünf Schritten
Der Inhalt:

Personen und Konflikte

Renate Künast, ehemalige Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Grüne), ist überzeugt, dass die Klimaveränderung eine Umstellung unserer Essgewohnheiten notwendig macht. »Wenn wir jetzt unsere Ernährung nicht umstellen, lautete die Alternative in einigen Jahrzehnten nur noch: Können wir uns überhaupt noch ernähren? Lösen wir durch Hungerkrisen weitere große Flüchtlingsströme aus?« Man habe den Veggie-Day als Spinnerei abgetan, »aber jetzt hat uns die Realität eingeholt«. Als Hoffnungszeichen wertet Künast den Trend bei jüngeren Menschen hin zu einer vegetarischen und veganen Ernährung.

Ömit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, ist empört über das Gesetz der österreichischen Regierung, das muslimischen Mädchen an Grundschulen bis zu ihrem elften Geburtstag das Kopftuch verbietet. Es gehe dem Staat nicht um das Kindeswohl, sondern um die Kriminalisierung von Muslimen. Die Einmischung in Religionsfragen sei unzulässig. »Was Glaubenspraxis ist, bestimmen Kirchen und Religionsgemeinschaften immer noch selbst.« Er kündigte Klage vor dem österreichischen Verfassungsgericht an.

Hans-Jürgen Papier, früherer Präsident des Bundesverfassungsgerichts, hält nichts davon, zur Wahrung des gesellschaftlichen Friedens möglichst alles Religiöse aus dem öffentlichen Raum zu verbannen. »Das wäre wohl eher eine Konfliktverdrängungsstrategie«, sagte er auf einem Kongress in Erfurt. »Der deutsche Säkularstaat hat ein berechtigtes Interesse an der religiösen Vitalität u