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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2019
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern
Eine Annäherung in fünf Schritten
Der Inhalt:

Aufgefallen: Die Greta Asiens

von Kathrin Klette vom 24.05.2019
Isabel Wijsen ist 16 Jahre alt und setzt sich dafür ein, dass es auf Bali bald keine Plastiktüten mehr gibt. Das ist gut, denn die Insel hat ein Müllproblem

Wer an Bali denkt, stellt sich lange Strände vor, üppiges Grün, geheimnisvolle Tempel. »Magisch« nennt die 16 Jahre alte Isabel Wijsen ihre Heimat Bali. Doch diese Idylle ist bedroht: »Egal, ob am Strand oder in Straßen: Überall ist Plastik«, sagt die Tochter einer Niederländerin und eines Indonesiers, die auf der Insel aufgewachsen ist. Bali hat ein riesiges Abfallproblem. Nach China ist Indonesien der zweitgrößte Verursacher von Plastikabfall, der ins Meer gelangt. »Wenn man im Meer schwimmt, legt sich das Plastik um die Arme«, beschreibt Isabel die Situation.

Aufgewachsen ist Isabel in einem Fischerdorf unweit vom Meer. Viel Zeit verbrachte sie als Kind am Strand oder zog mit Freunden durch die Reisfelder »Es war wild wie im Dschungel«, sagt sie.

Vor sechs Jahren beschlossen Isabel und ihre zwei Jahre ältere Schwester Melati, die Umwelt auf ihrer Insel zu schützen. Da hatten sie sich in der Schule mit Mahatma Gandhi und Nelson Mandela beschäftigt und entschieden, ebenfalls etwas zu tun, um die Welt zu verändern. Damals waren sie zehn und zwölf Jahre alt. Kurz darauf gründeten sie die Organisation Bye Bye Plastic Bags. Ihr Ziel: Alle Plastiktüten aus Bali zu verbannen.

Sie setzten eine Petition auf, sammelten Unterschriften und gelangten mit ihrem Anliegen bis zum Gouverneur. Vor zwei Jahren organisierten Isabel und ihre Schwester mit mehr als 12 000 Freiwilligen die bisher größte Strandsäuberung von Bali. Initiativen und Betriebe, die mit ihrer Organisation zusammenarbeiten, nähen Taschen aus Kartons oder gespendeten Kleidungsstücken als Alternativen zu Plastiktüten. Ihre Mutter hat inzwischen ihr Maklerbüro verkauft und arbeitet Vollzeit für Bye Bye Plastic Bags.

Ihr Ziel haben die Schwestern so gut wie erreicht: Auch dank ihres Einsatzes beschloss die balinesische Regierung Ende Dezember, Plastiktüten, -trinkhalme und -geschirr zu verbieten.

Isabel besucht die elfte Klasse einer Schule, die auf Nachhaltigkeit und Eigeninitiative setzt und sie in ihrer Arbeit unterstützt. So durfte sie einen Mathetest vorab schreiben, als sie kürzlich in die Schweiz eingeladen war, um beim World Tourism Forum in Luzern von ihrer Mission zu berichten. Sie und ihre Schwester haben auch schon vor den Vereinten Nationen gesprochen. Das Wirtschaftsma

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