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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2018
Frieden in einer irren Welt
Katholikentag 2018: Ängste, Ideen, Sehnsüchte
Der Inhalt:

Wie geht Gemeinschaft?

Warum war das Christentum in seinen ersten Jahren so überaus erfolgreich? Wieso setzten Menschen vor zweitausend Jahren ihr Leben aufs Spiel und riskierten einen grausamen Tod, um sich einer verbotenen Religionsgemeinschaft anzuschließen? Der amerikanische Psychiater und Psychotherapeut Scott Peck meinte, der Grund dieser geheimnisvollen Anziehungskraft sei die Gemeinschaft gewesen, die unter den frühen Christen herrschte.

Auch heute noch fühlten Menschen sich von authentischer, lebendiger Gemeinschaft unwiderstehlich angezogen, war Pecks feste Überzeugung; echte Gemeinschaft zu erleben könne Menschen grundlegend verwandeln und im Innersten heilen. Um möglichst vielen diese Erfahrung zu ermöglichen, beschrieb er 1987, was das Geheimnis von Gemeinschaft ist und wie sie entstehen kann. Zwanzig Jahre später, kurz nach seinem Tod, wurde diese Anleitung unter dem Titel »Gemeinschaftsbildung – Der Weg zu authentischer Gemeinschaft« ins Deutsche übersetzt.

Scott Peck, der 1936 geboren wurde, verband in seinen Büchern und Seminaren Spiritualität, Lebenskunst und Psychologie – und setzte sich damit regelmäßig und frohen Herzens zwischen alle Stühle. Vielen spirituell angehauchten Lesern war er zu christlich, Psychologen und Psychotherapeuten fanden ihn zu unwissenschaftlich und manchen Christen galt er als esoterisch. Zeit seines Lebens war er ein Suchender: Als Jugendlicher besuchte Peck eine Schule der Quäker-Gemeinschaft, wo er sich dem Buddhismus zuwandte; mit Mitte Vierzig bekehrte er sich zum christlichen Glauben und ließ sich taufen. Zuvor hatte er einen spirituellen Bestseller geschrieben: »The Road Less Travelled«, auf Deutsch »Der wunderbare Weg«, fand viele Millionen Leser. Sein nächstes Buch