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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2017
Die Tücken des fairen Handels
Im Norden boomt Fair Trade - im Süden wächst die Kritik
Der Inhalt:

»Wir wollen mehr als Rohani!«

Irans Wahlergebnis zeigt: Die große Mehrheit sehnt sich nach echter Demokratie

In Shiraz, Kerman, Yazd, Isfahan, Teheran, ja selbst in Qom, der Hochburg der Ayatollahs: Es ist überall dasselbe. Europäer werden auf der Straße angesprochen. Von Menschen, die manchmal nur ein freundliches »Hello« sagen, viel häufiger aber ohne Umschweife Fragen stellen. Wie finden Sie den Iran? Was denken Sie über uns? Brauchen Sie Tipps für den Alltag? Und, an Frauen gerichtet: Wie finden Sie es, dass Sie ein Kopftuch tragen müssen?

Das konnte erleben, wer kurz vor der Präsidentschaftswahl durch den Iran reiste. An den Straßenrändern Plakate der Präsidentschaftskandidaten. Auch solche, die Frauen zeigten. Frauen, die der Wächterrat allesamt vor der Wahl aussortiert hatte, wie üblich. Überall Menschen, die reden wollten: über ihren Alltag, den Iran von heute und den Iran von morgen. Politik lag in der Luft. Ein Zittern, als der Teheraner Bürgermeister seine Kandidatur zurückzog, um dem Lieblingskandidaten Ali Chameneis, dem Fundamentalisten Ebrahim Raisi, auf den letzten Metern die entscheidende Unterstützung zu geben. Ein Aufatmen unter Liberalen und jungen Menschen, als Rohani dann die Wahl so deutlich gewann.

Nun kann das Land seinen Öffnungskurs fortsetzen. Doch das kann nicht davon ablenken, dass dem Präsidenten allein die Kraft fehlt zu wirklichen Reformen. Im Staat ringen demokratische und theokratische Institutionen um die Vormacht. Zuviel Theokratie, um wirklich Demokratie zu schaffen? Rohani hat innere Feinde. Und er hat einen äußeren namens Trump, der den Iran einen Schurkenstaat nennt, ohne sich um die Wahrheit zu scheren.

Die Elite des Landes hat Abstand genommen von Gedanken an eine Revolution. Zu viel Blut floss in der Vergangenheit. Viele setzen auf e