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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2017
Die Tücken des fairen Handels
Im Norden boomt Fair Trade - im Süden wächst die Kritik
Der Inhalt:

Mehr als Geld

Sozialdemokraten, Linke, Grüne und viele Christen fordern gegen den aggressiven Rechtspopulismus vor allem mehr soziale Gerechtigkeit. Das ist wichtig – es reicht aber nicht

Mehr Gerechtigkeit – mit dieser Forderung erzeugte der neue SPD-Vorsitzende Martin Schulz kurzfristig einen Hype, der inzwischen verflogen ist. Mehr soziale Gerechtigkeit fordern auch viele engagierte Christen und linksorientierte Intellektuelle als wichtigstes Mittel gegen die aggressive Kritik an der Demokratie. »Wir denken, dass eine Dramatisierung sozialer Gerechtigkeit ein entscheidender Weg ist, um den weiteren Vormarsch rechtspopulistischer Parteien zu verhindern«, schreiben Professor Dirk Jörke, Politikwissenschaftler an der TU Darmstadt, und Niels Heisterhagen, Grundsatzreferent der SPD-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, in der taz. Doch ist dies wirklich so?

Damit es keine Missverständnisse gibt: Es ist richtig, die soziale Ungleichheit in Deutschland zu dramatisieren. Trotz guter Konjunktur sind mehr als 13 Millionen Menschen vom Wohlstand abgehängt. Die soziale Ungleichheit spitzt sich immer weiter zu. Die zehn Prozent reichsten Haushalte beanspruchen Jahr für Jahr einen höheren Anteil vom privaten Gesamtvermögen für sich. Eine Politik für soziale Gerechtigkeit ist wichtig.

Allerdings ist sie kein Allheilmittel gegen die aggressive Kritik an der Demokratie. Denn: Auch viele Menschen, die nicht zu den Armen zählen, haben einen Zorn auf »die da oben« in Politik und Wirtschaft, die sich, wie sie meinen, vor allem um ihre eigenen Interessen und um ihren eigenen Geldbeutel kümmern.

Zahlreiche Reportagen über die Wahlkämpfe in den Niederlanden, in Frankreiche, und in Deutschland zeigten immer wieder, dass viele der rechtsgerichteten Wählerinnen und Wähler keine Faschisten sind. Sie fühlen sich in ihrer langjährigen Umgebung oft verloren, nich