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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2017
Die Tücken des fairen Handels
Im Norden boomt Fair Trade - im Süden wächst die Kritik
Der Inhalt:

»Handel im Süden kann besser sein«

Wie kann Fair Trade Armut besser bekämpfen? Fragen an Wilfried Wunden von Misereor

Publik-Forum: Wie kann der faire Handel Armut effektiver bekämpfen?

Wilfried Wunden: Misereor ist es wichtig, dass der faire Handel gerade den benachteiligten Produzenten Möglichkeiten eröffnet, auch wenn das besondere Herausforderungen mit sich bringt. So können sich kleine Produzenten die anfänglichen Zertifizierungskosten zu bis zu 85 Prozent zurückerstatten lassen. Dennoch muss man sehen: Fairer Handel braucht Zeit und einen gewissen Umsatz, um wirken zu können. Aber der Aufwand für Zertifizierung und Kontrolle sowie ein gewisses Risiko mangelnden Absatzes bleiben.

Warum gibt es kaum Produzenten zum Beispiel im Sahel oder in Nordafrika?

Wunden: In der Sahelzone gibt es, außer Baumwolle und Mangos, kaum Produkte, die für den internationalen fairen Handel infrage kommen. Wir sollten das Wasser aus Trockenregionen auch nicht für unseren Konsum verbrauchen. Dass es insgesamt weniger Produkte aus Afrika sind, hat auch historische Gründe. Arabica-Kaffee, der Klassiker des fairen Handels mit hohen Margen, wächst mehrheitlich in Lateinamerika. Andererseits ist Fair Trade bei Kakao in der Elfenbeinküste sehr aktiv, wo die Lage schwierig ist.

Gibt es für solche Produzenten eine Alternative zum fairen Handel?

Wunden: Es kann für sie besser sein, ihre Waren regional zu verarbeiten und auch in der Region zu vermarkten, als sie zu den Konsumenten in den Norden zu liefern.

Welche Initiativen gibt es, um die kolonialen Strukturen zu überwinden und Rohware vor Ort zu verarbeiten?

Wunden: Der