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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2016
Hoffnung für die Stadt
Theologe Jürgen Moltmann über Christsein in den kapitalistischen Metropolen
Der Inhalt:

»Dahin schauen, wo’s brennt«

von Anne Strotmann vom 27.05.2016
Die Bildungsstätte Anne Frank engagiert sich gegen Menschenfeindlichkeit

»Bei niemandem hier ist das nur eine Arbeit«, sagt Meron Mendel. Der 39-Jährige ist Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main. Sie liegt im Stadtviertel Dornbusch, nicht weit von Anne Franks Elternhaus. In der Dauerausstellung kann man in den Leben der Familie Frank stöbern, sich Filme ansehen, im nachgebauten Versteck ein Hörspiel anhören – überall ist etwas zu entdecken.

Das Team begleitet und erläutert, je nach Bedarf. Doch die Bildungsstätte will viel mehr sein als Gedenk- und Begegnungsort: Es geht ihr um die Gegenwart und den Blick in die Zukunft. Die Bildungsstätte versteht sich als hessische Anlaufstelle für Konflikte in der Migrationsgesellschaft. Rund zwanzig hauptamtliche Mitarbeiter unterschiedlicher Herkunft und mit je eigenen Erfahrungen engagieren sich in zahlreichen Projekten.

Dabei steht der direkte Kontakt mit Jugendlichen und Lehrern im Mittelpunkt. Ein mobiles Lernlabor zu Menschenrechten begegnet jungen Menschen fragend, ohne erhobenen Zeigefinger. Außerdem hat die Bildungsstätte seit Jahresbeginn für Betroffene von rechter Gewalt die Beratungsstelle response. Es ist viel zu tun: »In den letzten fünf Jahren sind wir schnell gewachsen«, sagt Mendel. »Aber der Bedarf ist immer noch viel größer als das, was wir anbieten können.« Neben den Hauptamtlichen arbeiten auch Schüler und Studierende mit. »Mach dich zum Profi« heißt das Ausbildungsprogramm, das die Bildungsstätte jungen Erwachsenen anbietet. Davon profitieren nicht nur die Jugendlichen und ihre Altersgenossen: Aus den jungen Profis werden später manchmal Kollegen. Saba Nur Cheema, die Leiterin für pädagogische Projekte, ist so ein »Eigengewächs«. Vor dreizehn Jahren fing sie hier als Schülerin an, studierte dann Politik und konzipiert jetzt eigene Projekte. Ob sie bei plump rechten Äußerungen in Workshops manchmal schlucken muss? »Ja, oft. In letzter Zeit werden rassistische Kommentare expliziter. Da müssen wir mit klarer Sprache dagegenhalten.« Was hilft, ist der kollegiale Austausch. »Da kommt die Power her«, sagt Cheema.

Meron Mendels Vision ist es, zivilgesellschaftliche Akteure zusammenzubringen. »Wir haben keine parteipolitische Agenda. Wir schauen dahin, wo’s brennt.« So kam es zum Projekt »Kaum zu glauben – Religionen im Gespräch«. »Das ist für uns eine neue Strategie«, sagt Mendel. »Religion war bish

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