Barmen, erbarme dich!
Sie ist so etwas wie der gute Geist des Protestantismus in Deutschland: Die Barmer Erklärung, Ende Mai 1934 in Wuppertal-Barmen verfasst, bewahrte die evangelische Kirche vor dem geistigen Untergang im Nationalsozialismus. Zwar widerstand nur eine Minderheit der Protestanten den Deutschen Christen, die Hitler mit dem Heiland verwechselten und die Kirche für den Dienst am (Unrechts-)Staat missbrauchten. Aber auf den Worten der Minderheit baute die Evangelische Kirche in Deutschland nach 1945 ihre Kraft und Glaubwürdigkeit auf. Ohne Barmen, so könnte man sagen, wäre es nach dem Ende des Krieges zum Erbarmen gewesen mit dem deutschen Protestantismus. So aber ist das Papier mit den sechs prägnanten Bekenntnissen und den sechs verworfenen Häresien ein Vorzeigeprodukt geblieben.
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