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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2010
Rebellion auf leisen Sohlen
Der Ökumenische Kirchentag in München
Der Inhalt:

Wenn mein Kind behindert ist

von Andrea Teupke vom 28.05.2010
Tausende feiern und demonstrieren für gemeinsames Lernen

Alle, wirklich alle Menschen sind verschieden. Aber nicht alle Menschen sind willkommen – jedenfalls in den allermeisten Regelschulen. Weil sie immer wieder erlebt haben, dass »die schulische Integration behinderter Kinder in Deutschland nicht etwa eine realistische Möglichkeit, sondern ein Glücksfall« ist, gründeten Eltern in Köln vor vier Jahren den Verein mittendrin e. V.

Seitdem gelingt es dem kleinen Verein immer wieder, mit öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen große Aufmerksamkeit zu erringen. Am 5. Mai lud mittendrin zum Inklusionsfest NRW nach Düsseldorf ein. Auf der großen Wiese zwischen dem nordrhein-westfälischen Landtag und der Staatskanzlei machten 3000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor, was Inklusion bedeutet: das selbstverständliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Mit Rockmusik für Kinder, Rap, brasilianischen und afrikanischen Rhythmen feierten sie die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung, die seit nunmehr einem Jahr endlich auch für Deutschland rechtsgültig ist.

Das Fest in Düsseldorf war die bundesweit größte Veranstaltung zum Europäischen Tag der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Seit 1998 melden sich Betroffenen-Organisationen am 5. Mai zu Wort, um das grundgesetzlich garantierte Recht in Erinnerung zu rufen, wonach niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf. Die Botschaft des Inklusionsfestes NRW richtete sich vor allem an die kommende Landesregierung. Gefordert wurde die zügige Umsetzung der UN-Konvention: der Aufbau eines ordentlich finanzierten inklusiven Bildungssystems. Die Landesregierung habe bisher nichts getan, den internationalen Verpflichtungen nachzukommen, kritisierten die Mitveranstalter des Festes, die Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben – gemeinsam lernen und das NRW-Bündnis Eine Schule für alle. Nach wie vor würden in Nordrhein-Westfalen rund 85 Prozent aller Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf Sonderschulen zugewiesen – auch gegen deren Willen.

»Wir werden es nicht zulassen, dass dieses Recht von Politik und Verwaltung noch länger ignoriert wird«, sagte Michael Baumeister aus Dorsten, Vater eines achtjährigen Sohnes mit Downsyndrom und Sprecher von Eine Schule für alle.

Die Forderungen nach ein

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