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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2010
Rebellion auf leisen Sohlen
Der Ökumenische Kirchentag in München
Der Inhalt:

Keine Macht den Sprechblasen

von Yasmin Bohrmann vom 28.05.2010
Kinder konfrontieren Politiker mit ihren Forderungen für die Zukunft. Zu Besuch beim Kindergipfel

Der Zukunftsvertrag der Kinder ist klar und unmissverständlich: »In Deutschland produzierte Waffen dürfen nicht in die Hände von Kindersoldaten gelangen.« Derya und die rund hundert Teilnehmer des Kindergipfels im Alter von 12 bis 15 Jahren haben ihn vier Tage lang erarbeitet. Ihre weitere Forderung: preisliche Höchstgrenzen für Medikamente für Entwicklungsländer sollen eingeführt werden. Und nur fair Gehandeltes soll fortan in deutschen Parlamenten, Rathäusern und Verwaltungen verzehrt werden: Auch das wünschen sich die Kinder für die Zukunft. Sie wollen die Welt »fair-ändern«, nicht mehr und nicht weniger. Mit diesen Forderungen des Kindergipfels in Marburg konfrontierten sie Mitte Mai Abgeordnete verschiedener Parteien aus dem Deutschen Bundestag und aus dem Europaparlament.

Derya ist selbstbewusst. Sie beherrscht das Thema »Kindersoldaten« und stellt pointierte Forderungen. Zwischen dem grünen Bundestagsabgeordneten Uwe Kekeritz und dem christdemokratischen Europaabgeordneten Michael Gahler kommt es prompt zum Schlagabtausch. Der CDU-Politiker wehrt sich gegen den Eindruck, seine Partei ginge nicht entschieden genug gegen illegalen Waffenhandel und Kindersoldaten vor. Die Jugendlichen johlen. Dass der Profi in Verteidigungsstellung geht, werten sie als Punktsieg.

Doch dann fällt die Rechtfertigung des CDU-Mannes zu lang aus: Im Saal gehen blaue Zettel mit Uhren hoch. Stopp. Bo Wimmer, Lyriker, Poet und Moderator der Veranstaltung, unterbricht den Europaabgeordneten. Die Zeit drängt. Derya muss auch noch eine der Selbstverpflichtungen verlesen, die die Kinder erarbeitet haben. »Wir verpflichten uns, Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Brief mit Informationen über unseren Workshop zu Kindersoldaten zu schreiben.«

Seit 2000 veranstaltet die Naturfreundejugend Deutschlands alle zwei Jahre einen Kindergipfel. Die Inhalte gestaltet der Kinderrat. Das Gremium aus 16 Kindern und Jugendlichen findet über die Naturfreundejugend, über die Kinder- und Jugendparlamente und über die Schulen zusammen. Das Ziel der Veranstaltung ist die Stärkung der Kinderrechte. »Wir üben beim Gipfel demokratische Handlungsweisen mit den Jugendlichen ein«, sagt Tobias Thiele, stellvertretender Geschäftsführer der Naturfreundejugend Deutschlands. Politikerinnen und Politiker werden an ihre Verantwortung für die nachfolgenden Generationen erinnert. Es geht um Umwelt

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