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in Memoriam
Der Antikapitalist

Elmar Altvater
von Wolfgang Kessler vom 11.05.2018
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Er hat ein bewegtes Leben geführt und viel in Bewegung gebracht, aber einer Rolle blieb er immer treu: Der Politikwissenschaftler Elmar Altvater war ein ebenso konsequenter wie brillanter Kritiker des Kapitalismus. Und dies auf der Grundlage des Marxschen Denkens. Er war einer der führenden wissenschaftlichen Köpfe der 1968er-Bewegung. Von Persönlichkeiten wie ihm hatte das Otto-Suhr-Institut in Berlin seinen legendären Ruf eines Thinktanks für die linke Bewegung. Doch anders als andere Theoretiker blieb er der Marxschen Denke auch treu, als linkes Denken mehr und mehr aus der Mode kam. In seinen Büchern sagte er viele Krisen des Kapitalismus voraus, die die Welt heute prägen. Elmar Altvater war aber auch politisch aktiv – und für viele Engagierte ein wichtiger Gesprächspartner, die seine Analysen nicht voll teilten. Bereits vor 1968 gehörte er dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund an. Er war Gründungsmitglied der Grünen. Später trat er den Linken bei. Viele Jahre gehörte Altvater dem Wissenschaftlichen Beirat von attac an. Nur eine Frage brachte ihn in Verlegenheit: »Die Kapitel über mögliche Alternativen zum herrschenden System fallen mir immer am schwersten«, sagte er mir einmal in einer ruhigen Stunde.

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