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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2016
Schwierige Schüler
Ausrasten, stören, treten: Ein Fall für die Sonderschule? Eine Lehrerin sagt Nein
Der Inhalt:

in Memoriam: Glaubenszeuge für den Frieden

Gewaltfrei ohne Kompromisse: Der Jesuit Daniel Berrigan

Zäh waren Daniel Berrigan und sein Bruder Phil zeitlebens. Daniel – berühmt als Friedensaktivist – starb jetzt mit 94 Jahren. Die Berrigans wurden weltbekannt, als sie 1968 Einberufungsakten eines Musterungsbüros der US-Army in Catonsville symbolisch mit Blut übergossen und abfackelten. »Wir setzen bei gewaltfreien Aktionen mit Absicht Zeichen und Symbole unserer katholischen Liturgie und der christlichen Religion ein«, sagte Daniel Berrigan bei einem seiner Besuche in Frankfurt am Main. In Catonsville loderten die Flammen der Akten für die Pressefotografen so teuflisch wie was Kontaktgift Napalm, das die US-Bomber über Vietnam abwarfen. Die Aktion in Catonsville brachte dem freundlichen irisch-stämmigen Dickschädel Daniel achtzehn Monate Haft ein. Mehrfach saßen er und sein Bruder Philipp, der lange dem Josephiten-Orden angehörte, im Knast. Ein paar Mal wurden die Priester für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. »Wir halten den Kirchen Amerikas vor, dass sie als Antwort auf die Verbrechen, die unser Land begeht, nur Schweigen und Feigheit kennen«, erklärte Daniel Berrigan. Die Gewaltfreiheit vertrat er ohne Kompromiss. Als der Dichtertheologe Ernesto Cardenal in Nicaragua zum Abwehrkrieg gegen die rechte, US-finanzierte Contra-Armee aufrief, widersprach Berrigan. Schwerter zu Pflugscharen: Als die Unermüdlichen 1999 auf einen US-Kampfflieger in Maryland einhämmerten, war Daniel Berrigan knapp achtzig. Ein faszinierender Christ. Er hatte Humor und blieb seinem Glauben und der Gewaltfreiheit bis zuletzt treu.