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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 9/2013
Die Suchbürger
Evangelischer Kirchentag: Offen, freundlich, unentschieden
Der Inhalt:

»Wenn wir das Brot teilen, stiften wir Frieden«

von Hartmut Meesmann vom 17.05.2013
Das Gespräch der Religionen miteinander war ein Schwerpunkt des Kirchentages. Das lag auch an der Stadt Hamburg

Hamburg-Blankenese, Dorfkirche. Sevgi Ünver steht vorne im Altarraum der in schlichtem Weiß gehaltenen Backsteinkirche. Die junge Muslima wirkt sehr selbstbewusst – und gesammelt. Sie trägt Kopftuch. Neben ihr stehen ein Vertreter der Jüdischen Gemeinde Pinneberg mit Kipa und einer der drei Pfarrer der Blankeneser evangelischen Gemeinde. Sie beten miteinander bei diesem »Interreligiösen Gottesdienst zum gemeinsamen Brotbrechen«, wie die Feier offiziell genannt wird. Es gehe um »spirituelle Gastfreundschaft«, sagt der Pfarrer für die gastgebende Gemeinde.

»Adonai, Allah, Gott«, formuliert Sevgi Ünver die Anrede ihres frei formulierten Gebetes. Es sind die Gotteswörter der drei abrahamitischen Religionen: Judentum, Christentum und Islam. Die beiden Männer und die junge Frau beten, wie sie erklären, »im Geiste Abrahams«, des Stammvaters dieser drei Religionen. Vor der Kirche ist ein großes »Zelt Abrahams« aufgeschlagen worden: als Ort der Begegnung und des miteinander Essens und Trinkens. »Wenn wir miteinander das Brot teilen, stiften wir Frieden untereinander«, sagt der Pfarrer zu Beginn der Liturgie in der Kirche.

Vor dem Teilen des Brotes wird der »Engel der Kulturen« in die überfüllte Kirche gerollt: eine radförmige Skulptur, in deren Innenkreis die drei Symbole der Religionen – Davidstern, Halbmond und Kreuz – zu sehen sind. »Alle drei Symbole sind durch den Kreis miteinander verbunden«, erläutert Carmen Dietrich, die Künstlerin, »wenn eines dieser Symbole herausgebrochen wird, werden auch alle anderen beschädigt«. Der Engel der Kulturen, der derzeit durch Deutschland wandert, soll noch in diesem Jahr – das ist das ambitionierte Ziel – in Form einer Säule in Jerusalem aufgestellt werden. »Ob dies gelingen wird?« Carmen Dietrich und ihr Mitstreiter Gregor Merten sind optimistisch.

In der Multikulti-Stadt Hamburg zeigen sich die Religionen während des Kirchentages im regen Austausch miteinander, nicht nur die abrahamitischen. Donnerstagabend: Liturgische Feier in der überfüllten St.-Georgs-Kirche, gestaltet vom Interreligiösen Forum Hamburg. Es ist ein Gruppenbild mit Dame: Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs steht neben dem Hamburger Weihbischof Hans-Jochen Jaschke und Vertretern der Jüdischen Gemeinde, des Rates der Muslime, der Aleviten, der Hindus, des buddhistisch-tibetischen Zentrums und der Baha’i-G

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