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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2017
Die zerrissene Gesellschaft
Was tun gegen den Rechtspopulismus?
Der Inhalt:

Wie reagieren auf Hass-Reden?

von Britta Baas vom 28.04.2017
Sieben Tipps für den Alltag

Rechtspopulisten kann man alltäglich begegnen. In der Schule, im Verein, in der Kirchengemeinde, in der Familie, unter Freundinnen und Freunden. In Zeiten großer Verunsicherung macht sich eine rohe Bürgerlichkeit breit, die verschiedene Varianten »gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit« erprobt. Diesen Begriff entwickelte eine Gruppe von Forscherinnen und Forschern um Wilhelm Heitmeyer vor einigen Jahren in Bielefeld. Er umschließt Rassismus, Fremden- und Islamfeindlichkeit, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus, die Abwertung von Menschen mit Behinderungen, von Obdachlosen und Langzeitarbeitslosen. Der Motor dieser oft massiven Abwertungen ist ein gefühltes »Vorrecht der Etablierten«.

Anders als noch vor Jahren, als als »rechts« galt, wer offen antisemitisch, völkisch und gewalttätig war, hat sich die rechte Bewegung modernisiert und vervielfältigt. Sie reicht mit Teilen ihrer Gedankenwelt tief hinein in die bürgerliche Mitte. Moderne Rechtspopulisten wenden sich meist angeekelt von Springerstiefeln und Glatzen ab. Mit diesem »Plebs« haben sie nichts zu tun! Nicht selten reagieren sie wütend, wenn man ihnen sagt, dass sie rechtspopulistisch redeten. So, wie weite Teile der AfD es für sich ablehnen, eine rechte Partei zu sein, lehnen auch diese Alltagspopulisten es häufig ab, »irgendwie rechts« zu denken. Dass es ihre heftige Verteidigung angeblich angestammter Vorrechte ist, die sie zu Steigbügelhaltern rechter Ideologien macht, wollen sie nicht sehen, schon gar nicht zugeben.

Doch mit den alt-rechten Bewegungen teilen sie bestimmte menschenfeindliche Einstellungen. Es sind Bürgerinnen und Bürger »wie du und ich«, die dem Rechtspopulismus verfallen, die im Alltag rechtspopulistisch reden und handeln. Was kann man tun, um das zu ändern?

1Grundsätzlich gilt: Gegenüber Rechtspopulisten braucht man eine eindeutige, klare Haltung. Reaktionen wie: »Es kann ja jeder seine Meinung haben« sind kontraproduktiv. Sie vermitteln den Eindruck, Rechtspopulismus sei eine demokratische politische Einstellung wie jede andere auch. Da dem Rechtspopulismus aber gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zugrunde liegt, ist er mit der Demokratie nicht vereinbar.

2Alltagspopulisten zu ignorieren, kann manchmal sinnvoll sein. Sich aus einem Gespräch in kleiner Runde umdrehen und weggehen, dem Gegenüber die kalte Schulter

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