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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2015
Mitten unter uns
Sklaverei ist längst nicht ausgestorben
Der Inhalt:

Träumer und Kämpfer

von Norbert Copray vom 24.04.2015
Buch des Monat: 42 Porträts mutiger Afrikaner und ihre Ideen für eine bessere Zukunft

M. Moustapha Diallo (Hg.)
Visionäre Afrikas
Peter Hammer. 366 Seiten. 29,90 €

Es vergeht kein Tag, an dem der afrikanische Kontinent nicht mit negativen Schlagzeilen in den hiesigen Medien vertreten ist. Ob Ebola, Malaria oder Masern, ob Boko Haram oder Al-Shabaab-Milizen, ob massive Korruption, Vetternwirtschaft oder massenhafte Fluchtbewegungen auf und aus diesem Kontinent, verursacht durch Hunger, Elend, Krieg und Krankheit ... Doch Afrika ist vielfältiger und zukunftsreicher, als diese Schreckensmeldungen vermuten lassen.

Gegen diesen verengten Blickwinkel steht das besondere Buch »Visionäre Afrikas«, das M. Moustapha Diallo herausgegeben hat. Diallo promovierte in Germanistik und hat Lehrtätigkeiten in Paderborn und Münster. Der Sammelband enthält über vierzig Porträts außergewöhnlicher Männer und Frauen aus 23 west-, ost- und südafrikanischen Ländern. Verfasst wurden sie von zahlreichen afrikanischen Autorinnen und Autoren. Alle Porträtierten verbindet, dass sie mutig gegen Missstände auf ihrem Kontinent aufstehen oder sie aktiv angegangen haben und eine Vorstellung von einem besseren Leben verfolgen.

Unter den Porträtierten finden sich einige Persönlichkeiten, die auch international bekannt sind: Die Schriftstellerin und Politikerin Aminata Traoré (Mali) etwa, der Musiker Fela Kuti (Nigeria) oder der Unabhängigkeitsführer Patrice Lumumba, der erste Ministerpräsident des unabhängigen Kongo, der 1961 ermordet wurde. 1995 wurde Ken Saro-Wiwa, ein nigerianischer Bürgerrechtler, Schriftsteller und Fernsehproduzent, durch die nigerianische Regierung hingerichtet. Er kämpfte gegen die Verwüstung des Nildeltas durch Shell und war Träger des Alternativen Nobelpreises. Maria R. K. Matembe, die von 1998 bis 2003 ugandische Ministerin war, sieht in schlechter Regierungsführung eines der Haupthindernisse für die Entwicklung in Afrika und sorgte für zahlreiche Gesetze für die Gleichberechtigung der Frauen, gegen die Genitalverstümmelung, den Menschenhandel und die häusliche Gewalt. Warum allerdings der erste Präsident Tansanias, Julius Kambarage Nyerere, nicht im Buch vorkommt, ist unerfindlich. Er war sicher ein besonderer Visionär und Humanist.

Die »Visionäre Afrikas« hatten und haben mit Missständen, mit den Folgen

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