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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2015
Mitten unter uns
Sklaverei ist längst nicht ausgestorben
Der Inhalt:

Selbsterfahrung in der Liturgie

von Barbara Tambour vom 24.04.2015
Das ökumenische Kairos-Forum verbindet Psychotherapie und Spiritualität

Bibelarbeit ist für die Mitglieder der Kairos-Gruppierung mehr als nur Reden. Sie ist bei ihren Treffen eingebettet in Liturgie, Bewegung und Gestaltarbeit. »Es geht darum, den Bibeltext ganz aufs Hier und Heute zu erschließen«, erläutert Kairos-Gründer Peter F. Bock. Sich mit den Emmaus-Jüngern zu beschäftigen – »Sie erzählten einander, was sie unterwegs erlebt hatten« – heißt dann beispielsweise, eine Zeitleiste der eigenen Beziehungsgeschichte anzufertigen – und anschließend den anderen mitzuteilen. Ein solcher Gottesdienst mit Gespräch, gemeinsamem Essen, Danken und Tanzen dauert schon mal zweieinhalb Stunden.

Das Kairos-Forum ist eine ökumenische Gemeinschaft von Menschen, die sowohl aus der Individualpsychologie Alfred Adlers und der Gestaltpädagogik wie aus der biblisch-kirchlichen Tradition schöpfen. Sie suchen eine Spiritualität, in der Herz und Kopf, Leib und Seele, theologische Lehre und Leben zusammenkommen.

Die Gruppierung entstand 1995, damals aus katholischer Initiative. Zu den Gründungsmitgliedern gehören der Theologe und Therapeut Peter F. Bock und Benediktiner-Abt Odilo Lechner. Ihre Grundidee ist es, Selbsterfahrung, Psychotherapie, Spiritualität und Liturgie wechselseitig fruchtbar zu machen.

Im eigenen Tagungshaus, in der Landakademie Rattenbach zwischen Landshut und Passau, bietet das Kairos-Forum Workshops und Tagungen sowie einen Lehrgang an: Im ersten Baustein geht es darum, »mit Respekt und Neugierde die eigene Lebensgeschichte, insbesondere die eigenen Wunden, wertschätzend anzuschauen und als Ressourcen zu entdecken«, erläutert Peter Bock, der Vorsitzende des Vereins. Der zweite Baustein ist dem Zuhören und In-Kontakt-Treten gewidmet, der dritte zielt darauf ab, aus dem Erfahrenen beruflich verwertbare Qualifikationen zu entwickeln, etwa die Beratungsarbeit in der Schule zu verbessern.

Einmal im Monat trifft sich die Gruppierung freitagabends in Dachau zu Liturgie, Köperarbeit, Tanz und Gespräch. Bei Ora-et-Labora-Wochenenden hält die achtzig Mitglieder zählende Gemeinschaft ihr Tagungshaus instand, »gleichzeitig webt sich das Meditieren und Beten in das Arbeiten hinein«, erläutert Bock. Ein innerer Kern hat sich zu einer spirituellen Gemeinschaft zusammengeschlossen. Deren Mitglieder verstehen sich als Gebetsgemeinschaf

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