Elektra weint, hofft, lauert und jubelt
Oper. Den einen gilt sie als schwierig, den anderen als Meilenstein: die »Elektra« von Richard Strauss. Doch von sperriger Atonalität kann bei dieser Oper keine Rede sein. Die »elektrische Folter«, wie ein Satiremagazin nach der Dresdner Uraufführung titelte, ist ein Mythos, der weitaus mehr Missstimmung verbreitet als Strauss’ hochemotionale Musik. Er zelebriert hier die wildesten Walzer, verwandelt Sprache in Musik, findet Herzenstöne für noch immer gültige Gefühle und überwältigt die Hörer mit stampfendem, finalem C-Dur-Jubel.
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