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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2013
Landraub
Der globale Kampf um Boden fordert Opfer
Der Inhalt:

Reiche Ernte

von Wolfgang Kessler vom 26.04.2013
Wer finanziert den Landkauf im Süden? Fragen an
Antje Schneeweiß, Fachfrau für nachhaltige Geldanlagen

Frau Schneeweiß, wer kauft Land im Süden der Welt?

Antje Schneeweiß: Das sind Staaten wie Saudi-Arabien. Sie kaufen Land, um ihre Bevölkerung mit günstigen Nahrungsmitteln zu versorgen. Dazu kommen Privatunternehmen wie Wilmar International aus Singapur. Er kauft oder pachtet Land, um dort Agrotreibstoffe zu produzieren. Andere Unternehmen nutzen das Land zum Anbau von Lebensmitteln für die heimische Bevölkerung und für den Export.

Welche Rolle spielen Banken und Finanzdienstleister bei dieser Landnahme?

Schneeweiß: Die Rolle der Banken dringt kaum an die Öffentlichkeit, da viele Transaktionen unter das Bankgeheimnis fallen. So ist nicht bekannt, welche Banken die Kredite für den Landkauf gewähren. Sichtbar werden die Financiers nur, wenn sie in Form von Investmentfonds privaten Anlegern anbieten, am Geschäft mitzuverdienen. Dann müssen sie öffentlich nachweisen, wohin die Gelder der Anleger fließen.

Wie gewinnen die Financiers dafür Anleger?

Schneeweiß: Bei der Auflage neuer Investmentfonds und bei ihrem Verkauf an Bankkunden geht es vor allem darum, eine glaubhafte Geschichte zu entwickeln. Sie soll den Anleger davon überzeugen, dass er mit dieser Investition gutes Geld verdienen kann. Die seit 2007 tendenziell steigenden Nahrungsmittelpreise liefern eine solche Geschichte, weil viele von steigenden Preisen profitieren wollen.

Zu welchem Angebot führt diese Geschichte?

Schneeweiß: Banken bieten ihren Kunden zum Beispiel Agrarfonds an. Sie kaufen Aktien etwa von Herstellern von Landmaschinen, Saatgut und Düngemitteln und auch von Unternehmen, die Land in Ländern des Südens kaufen oder pachten und dort großflächige Monokulturen betreiben. Neben diesen Aktienfonds gibt es Fonds, die direkt in Land investieren. Dazu gehört zum Beispiel der von der Deutschen-Bank-Tochter DWS aufgelegte Global Agriculture Land and Opportunities Fund. Dieser Fonds investiert in bestehende landwirtschaftliche Betriebe in Australien, Argentinien, Sambia und Tansania. Er zielt auf eine Rendite von 18 Prozent.

Was machen Anleger, die damit nichts zu tun haben wollen?

Schneeweiß: Sie müssen sich

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