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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2013
Landraub
Der globale Kampf um Boden fordert Opfer
Der Inhalt:

Dschungel wird zu Brei

von Wolfgang Kessler vom 26.04.2013
Vertreibung, Hunger, Gewalt, Umweltzerstörung:
Die schwerwiegenden Folgen des Landraubs

Investitionen in die Landwirtschaft des Südens sind für die Zukunft der Bauern und für die künftige Ernährung dringend notwendig. Doch darum geht es den allermeisten Großinvestoren aus dem Norden, aus Ölstaaten, aus China oder Südkorea nicht. Sie wollen auf großen Monokulturen Gemüse oder Früchte anbauen, um mit dem Export Geld zu verdienen oder künftig ihre eigene wachsende Bevölkerung zu ernähren. Die Folgen dieser Entwicklung sind schwerwiegend:

Verdrängung der Kleinbauern.Oft vertreiben die Landräuberdie lokalen Kleinbauern von ihrem Land. Damit verlieren diese ihre Rechte zum Anbau von Nahrungsmitteln, ihre Weiderechte und zumeist auch die Rechte zur Nutzung von Wasser und Feuerholz. Das untergräbt ihre Lebensgrundlage. Sie vegetieren am Rande ihres ehemaligen Landes oder ziehen in die übervölkerten Armutsviertel der großen Städte.

Verschärfung der Ernährungslage. Während die Kleinbauern mit ihren Produkten sich und ihr Umfeld ernähren, fördern die Großinvestoren die industrialisierte Exportlandwirtschaft. Dies erhöht die Menge an Nahrungsmitteln weltweit, verringert sie aber in Regionen, in denen Nahrung schon heute knapp ist. Die Nahrungsmittelpreise steigen, die Armen können sie nicht mehr kaufen.

Zunehmende Konflikte um Land.Der Zugang zu Land entscheidet in vielen Ländern über Einkommen und Lebenschancen. Deshalb sorgen Landkonflikte für Gewalt und zuweilen für Kriege. Gewaltsame Konflikte zeigen sich bereits heute durch die Vertreibung von Bauern in die Städte. Zudem wächst die Gewalt gegen jene, die sich dem Landraub widersetzen.

Umweltzerstörung und Erderwärmung. Die Masseninvestitionen in eine landwirtschaftliche Monokultur für Exportmärkte oder für Agroenergie bedrohen die Umwelt: Regenwälder werden für Sojafelder oder Palmölplantagen abgeholzt. Oder Dschungelbäume werden zu Brei verarbeitet, aus dem Zellstoff entsteht. Oft genug verbraucht die Intensiv-Landwirtschaft der Investoren so viel Wasser, dass umliegende Sümpfe austrocknen oder der Grundwasserspiegel in der Umgebung absinkt. Während Großplantagen für andere Länder produzieren, graben sie lokalen Bauern und Dörfer

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