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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2013
Landraub
Der globale Kampf um Boden fordert Opfer
Der Inhalt:

Land auf der Kippe

von Christine Wiid vom 26.04.2013
Mosambik: Bauern erkämpfen sich ihr Land zurück

Augusto Canhava ist erleichtert. »Seit wir uns in einem Landkomitee zusammengeschlossen haben, geht es uns deutlich besser«, sagt der Kleinbauer aus der Gemeinde Mutapwa im Norden von Mosambik. »Dabei hatten wir an den Konzern Lurio Green Resources (LGR) eigentlich schon alles verloren«, sagt der Gemeindevorsteher.

Augusto Canhava lebt als Kleinbauer von der Landwirtschaft – so wie auch die anderen Mitglieder der Gemeinde. Doch die ehrgeizigen Pläne von LGR bedrohen die Lebensgrundlage der Menschen in Mutapwa: Auf 126 000 Hektar Land wollte die Tochterfirma des norwegischen Konzerns Green Resources Eukalyptus anbauen. Zum einen um Bauholz zu produzieren, zum anderen um Kohlenstoffdioxid zu binden und so zum Klimaschutz beizutragen. Die mosambikanische Regierung hat das Großprojekt im März 2009 unter Vorbehalt genehmigt.

Land ist in Mosambik in Staatsbesitz, der Staat vergibt die Nutzungsrechte. Bäuerliche Gemeinden werden im Landgesetz besonders berücksichtigt und können sich auf traditionelle Nutzungsrechte berufen. Wenn Investoren das Land nutzen wollen, müssen sie in öffentlichen Gemeindekonsultationen mit den Betroffenen verhandeln. Die Krux: Dauer, Art und Weise der Konsultation sind nicht vorgeschrieben.

Und so kam es, dass die Gemeinde in Mutapwa innerhalb von neunzig Minuten den Boden unter den Füßen verlor – an einen Investor. »Das Land, das uns geblieben war, war praktisch von den Eukalyptusplantagen eingekreist«, erzählt Augusto Canhava. »Wir hätten keinen Platz mehr gehabt, um unsere Felder zu erweitern. Wo hätten unsere Kinder ihre Felder bestellen sollen?« Dabei ist es für die rund 2000 Einwohner der Gemeinde existenziell, dass sie Zugang zu fruchtbarem Boden haben, um Grundnahrungsmittel anzubauen. Daher hat Augusto Canhava im Jahr 2010 Kontakt mit der mosambikanischen Nichtregierungsorganisation ORAM aufgenommen. ORAM hat die Gemeinde zum Thema Landrechte geschult und sie bei der Einrichtung eines Komitees zur Landverwaltung unterstützt.

In Mutapwa baut LGR zwar nun auf 142 Hektar Eukalyptus an. Das Gemeindeland wurde aber neu vermessen und die Flächenvergabe nachverhandelt. Mutapwa ist ein Vorbild: In anderen Gemeinden haben sich ebenfalls Komitees zur Landverwaltung gegründet.

Dennoch gibt es noch viele offene Fragen rund um das Projekt: Euka

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