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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2013
Landraub
Der globale Kampf um Boden fordert Opfer
Der Inhalt:

Migranten helfen Deutschland

von Epd vom 26.04.2013
Zuwanderer: Oft jünger und besser qualifiziert als Deutsche

Deutschland profitiert nach Ansicht von Migrationsexperten von der gestiegenen Einwanderung aus EU-Staaten. »Die Zuwanderer sind jung, gut ausgebildet und sie kommen zahlreich«, sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration, Christine Langenfeld.

So sind die Migranten im Durchschnitt zehn Jahre jünger als die alternde deutsche Mehrheitsbevölkerung. Jeder fünfte der 25- bis 44-jährigen Zugewanderten hat dem Gutachten zufolge einen Hochschulabschluss (20,7 Prozent), das gilt auch für Rumänen und Bulgaren. In Deutschland liegt der Akademikeranteil in dieser Altersgruppe bei 18,1 Prozent. Die Zugewanderten sind damit im Schnitt besser qualifiziert als die Mehrheitsbevölkerung in Deutschland, wo dringend Fachkräfte gesucht werden.

Die Sorge vor einer Einwanderung in die Sozialsysteme sei unberechtigt, heißt es in dem Gutachten. Das Ausmaß des Sozialhilfebezugs von EU-Staatsangehörigen in Deutschland werde in der öffentlichen und politischen Diskussion regelmäßig überschätzt. So gingen fast drei Viertel (72 Prozent) der Bulgaren und Rumänen, die nach 2007 nach Deutschland gekommen und zwischen 25 und 44 Jahren alt sind, einer Erwerbstätigkeit nach. »Armutszuwanderung ist die Ausnahme, nicht die Regel«, so Langenfeld.

Bei einem größer werdenden Wohlstandsgefälle in Europa sei aber nicht auszuschließen, dass es dazu komme, sagte Langenfeld. Dies betreffe vor allem Rumänien und Bulgarien. Für die Länder gilt ab 2014 die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit. Mit Blick auf die nach Deutschland einwandernden Roma mahnte die Göttinger Jura-Professorin ein langfristiges Integrationskonzept und finanzielle Unterstützung für Kommunen durch Land, Bund und EU an.

Zwar sei die EU-Freizügigkeit ein Erfolgsmodell, sagte Langenfeld, aber es gebe immer noch Barrieren für die Arbeitsmigration. Dazu zählten insbesondere unterschiedliche Bildungs- und Ausbildungssysteme. Langenfeld forderte die Länder auf, endlich die Voraussetzungen zur bundesweit einheitlichen Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen zu schaffen. In elf Bundesländern stehe dies noch aus.

Laut Migrationsbarometer 2013, einer Umfrage unter rund 2200 Personen, bewährt sich die EU-Freizügigkeit »gerade in Zeiten der Staatsschuldenkrise«. Demnach sind vier von fünf Befragten d

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