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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2013
Landraub
Der globale Kampf um Boden fordert Opfer
Der Inhalt:

»Das muss weitergehen!«

von Volker Hasenauer vom 26.04.2013
Hilfsprojekte in Nordkorea: Ist das möglich und sinnvoll angesichts der Kriegsdrohungen? Fragen an Reinhard Würkner

? Wie engagiert sich Caritas International in Nordkorea?

! Der Schwerpunkt unseres 2004 begonnenen Engagements liegt im Gesundheitssektor. So organisieren wir Impfkampagnen für Kinder und Jugendliche. Zum anderen unterstützen wir Tuberkulosekranke in rund hundert Rehabilitationszentren. In diesen Reha-Zentren bauen wir in Kooperation mit der Welthungerhilfe Gewächshäuser auf, die mit Solarenergie beheizbar sind, um die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse zu verbessern.

? Welche Probleme gibt es dabei – im wohl am stärksten abgeschotteten Land der Welt?

! In den letzten Jahren gab es eigentlich kaum noch Schwierigkeiten. Unser fester Mitarbeiter konnte sich weitgehend frei bewegen. Wir arbeiten auch mit den staatlichen Stellen wie den Gesundheitsbehörden gut zusammen. Wie es nun allerdings weitergeht, müssen wir abwarten.

? Stärken Sie durch Ihre Arbeit nicht indirekt das Regime in Pjöngjang?

! Nein, das sehe ich nicht so. Wenn wir Jugendliche impfen, fördern wir damit ja nicht deren Regimetreue. Oder die Tuberkulosekranken: Das ist doch keine Gruppe, die zur Stabilisierung des Regimes beiträgt! Unser Anspruch ist es, Arme und Kranke nicht zu vergessen, egal unter welchem Regime sie leben.

? Haben die Menschen genügend zu essen?

! Es gehen sicher nicht alle Nordkoreaner jeden Tag satt ins Bett! Auf dem Land ist die Versorgungslage noch sehr viel schlechter als in den Städten. So sind die Jugendlichen dort wegen Mangelernährung kleiner und schmächtiger als Gleichaltrige in den Städten. Von direktem Hunger würde ich aber nicht reden.

? Welche Auswirkung hat die aktuelle Krise auf Ihre Hilfsarbeit?

! Im Augenblick noch keine, und ich hoffe, das bleibt auch so. Unser Impfprogramm muss weitergehen. Aber wir müssen natürlich genau beobachten, wie sich die Lage entwickelt. Solange es bei den verbalen Drohgebärden bleibt, sehe ich keine Probleme, unsere Arbeit fortzusetzen und etwa in der Unterstützung von Alten und Behinderten auszubauen. Wir möchten das sich entwickelnde So

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